Foto: Land OÖ/Haag

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Landesamtsdirektor Dr. Erich Watzl überzeugt sich mit Techniker Markus Zweimüller vom Funktionieren des riesigen Dieselaggregats zur Notstromversorgung des Landhauses in Linz.

Blackout – Panikmache oder reale Bedrohung?

Wir leben in einer Zeit mit mehreren Krisen. Dazu geht die Angst vor einem Blackout um. Ist das Panikmache oder reale Bedrohung? Fest steht: Im Vorjahr war jeder Österreicher im Schnitt 23 Minuten lang ungeplant ohne Strom. Das ist der niedrigste Wert seit Erhebungsbeginn 2003.

Eine eindeutige Definition für „Blackout“ gibt es nicht. Im Allgemeinen versteht man darunter einen flächendeckenden, länger anhaltenden Stromausfall. Teilweise wird mit diesem Begriff ein länderübergreifender oder sogar auf ganze Kontinente ausgedehnter langer Stromausfall bezeichnet.
Fix ist: Ein derartiger Vorfall wirft uns um 150 Jahre zurück in die Mitte des 19. Jahrhunderts, als man mit der technischen Nutzung der Elektrizität begann. 150 Jahre sind ein Wimpernschlag in der Geschichte der Menschheit, doch in dieser kurzen Zeitspanne sind wir zu Strom-Junkies geworden. Elektrizität ist unsere Droge Nummer 1. Schon wenige Sekunden Entzug können im Gesundheitswesen katastrophale Folgen haben. Die kritische Infrastruktur, wie Wasser- und Lebensmittelversorgung brechen ohne Strom zusammen.
Im Jahr 2021 war im Schnitt jeder Österreicher 23 Minuten ungeplant ohne Strom, 2020 waren es 27 Minuten, 2019 und 2018 jeweils 25 Minuten. Zum Vergleich: In Deutschland betrug im Vorjahr die durchschnittliche Nichtverfügbarkeit von Elektrizität 12,7 Minuten pro Letztverbraucher. Ohne Gasversorgung waren die Österreicher 2021 etwas mehr als eine Minute.
„Die Zuverlässigkeit der Strom- und Gasversorgung ist, trotz der sehr angespannten Lage, weiterhin auf einem sehr hohen Niveau,“ sagt Alfons Haber, Vorstand der E-Control. Die ungeplanten Versorgungsunterbrechungen sind hauptsächlich auf Unwetter zurückzuführen. Die werden höchstwahrscheinlich zunehmen, genauso wie die Gefahr von Terror- und Sabotageanschlägen steigt. Private Vorsorge für längere stromlose Zeit ist also ratsam.
Im Linzer Landhaus hat man unter realen Bedingungen die Notstromversorgung durch zwei Dieselanlagen mit je 270 PS bereits getestet. Sie funktioniert. Bis Mitte März unterziehen die Bezirkshauptmannschaften ihre Notstromversorgung jeweils einem eintägigen Test. Jede Gemeinde hat eine Blackout-Arbeitsmappe und erhält ein Blackout-Simulationsspiel. Titel: „Neustart“.