Foto: Land OÖ/Direktion Straßenbau

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Bewusst importiert oder ungewollt aus anderen Erdteilen eingeschleppt, machen so genannte Neophyten, also Neupflanzen, in Oberösterreich immer mehr Probleme. Sie setzen der heimischen Pflanzenwelt zu, bedrohen unsere Gesundheit – und einige ärgern die Straßenerhalter, weil sie erhebliche Arbeit und Kosten verursachen.

Keine Freunde in den Straßenmeistereien hat zum Beispiel der Japanische Staudenknöterich, der bis vor 200 Jahren in unseren Breiten nicht vorgekommen ist. Ursprünglich in Japan, China und Korea heimisch, wurde er im 19. Jahrhundert als Tier- und Bienenfutter importiert.
Mittlerweile ist der bis zu vier Meter hohe und bis zu drei Meter tief wurzelnde Staudenknöterich zur Plage geworden, weil ihn Wildtiere als Futter ignorieren. Dafür schenkt ihm die Straßenverwaltung des Landes seit fünf Jahren erhöhte Aufmerksamkeit, weil das wild wuchernde Gewächs an Straßen, Bahndämmen und Entwässerungssystemen nennenswerte Schäden anrichtet.
Derzeit sind in der OÖ-Straßendatenbank 440 Staudenknöterich-Standorte mit teilweise bis zu mehreren 1.000 m2 Bestand erfasst. Weil der Einsatz von Blattherbiziden wie Glyphosat auf Straßenbegleitgrün verboten ist und kaum wirksam wäre, versucht man die kleineren Bestände mechanisch samt Wurzelwerk auszurotten, bei größeren Vorkommen muss man sich damit begnügen, die weitere Ausbreitung möglichst zu verhindern. Das Mähgut wird verbrannt.
Mit dem Riesenbärenklau macht ein weiterer pflanzlicher Eindringling den Straßen- und Brückenerhaltern Sorgen. Ursprünglich als Bienenweide aus dem Kaukasus importiert, breitet er sich von Waldrändern und Uferbereichen immer mehr auf Infrastrukturanlagen aus. Er wächst aber weniger schnell und aggressiv als der Knöterich. Der giftige Saft des Riesenbärenklaus ist auch eine Gesundheitsgefahr. Er verursacht Hautentzündungen und Blasenbildungen.