Foto: soogut Sozialmärkte/oswald

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Linzer Präsident der Sozialmärkte schlägt Alarm:

Täglich werden sie mehr: Jene Landsleute, denen das Geld für das tägliche Leben zu wenig wird. Die Inflation treibt sie an den Rand der Armut. Die 22 Sozialmärkte in Oberösterreich sind da eine große Hilfe. Hier gibt es preiswert einen Teil der eine Million Tonnen Lebensmittel, die jährlich in Österreich entsorgt werden.

Österreich ist arm und reich zugleich. „Würde man alle Lebensmittel, die jedes Jahr in unserem Land weggeworfen werden, auf LKW verladen, würde die Kolonne der Schwerfahrzeuge von Wien über Linz, Salzburg, Innsbruck und Bregenz bis nach Zürich reichen,“ rechnet Gerhard Steiner aus Linz vor. Der 72-jährige Präsident von SOMA Österreich & Partner ist seit mehr als 20 Jahren ehrenamtlich für diese Organisation aktiv, die aktuell bundesweit mehr als 40 Märkte betreibt. Und er weiß: „Die Armut breitet sich gerade von unten in die Mittelschicht aus.“
Wer alleinstehend monatlich maximal 1.200.- Euro brutto zur Verfügung hat, darf in SOMA-Märkten einkaufen. Für Paare liegt der Richtwert bei 1.700.-, für jedes Kind erhöht er sich um 300.-. In den knapp 100 bundesweiten Sozialmärkten, die verschiedene Betreiber haben, kosten Lebensmittel, die Verpackungsschäden, fehlerhafte Etiketten oder kurze Restlaufzeiten haben, 20 bis 30 Prozent des Normalpreises. Die Kundschaft ist in Oberösterreich in den letzten Wochen um 15 Prozent mehr geworden, in Wien sind es 20 Prozent. In den SOMA-Cafés gibt es dreigängige Menüs um 50 Cent. Steiner: „Hier verzeichnen wir ein Kundenplus von 27 Prozent.“
Im Café des SOMA Sozialmarktes in Linz, Wiener Straße 46, werden von Montag bis Samstag täglich mehr als 200 Essen ausgegeben. Weitere Sozialmärkte in Linz: im Nahversorgungszentrum Auwiesen und Freistädter Straße 56-58.