Sie sagen „Nein“ zu Profi-Spielen bis 2023

„Man begegnet sich im Leben immer zweimal“, weiß der Volksmund. Eine bittere Erkenntnis für die LASK-Verantwortlichen, die jahrelang mit den Stadion-Anrainern in Pasching wenig kooperativ umgegangen sind. Nun sagen die Bewohner „Nein“ zur Verlängerung des Profi-Betriebs.

Im Juni 2022 läuft die Genehmigung für Profi-Fußballspiele im Paschinger Waldstadion aus. Zu diesem Zeitpunkt ist das neue LASK-Stadion auf der Linzer Gugl noch lange nicht fertig und der Fußballklub damit ohne Spielstätte. Also möchte man zumindest bis Februar 2023 seine Heimspiele in Pasching-Wagram austragen. Für dieses Ansinnen gibt es aber von den Anrainern die Rote Karte.
Als 2014 die ersten LASK- Cupspiele in Pasching stattfanden, zeigte sich der damalige Bürgermeister Peter Mair noch kämpferisch. Wenn die Profi-Spiele nicht eingestellt werden, würde die Nutzung des Stadions zur Not per Gerichtsbeschluss untersagt werden, stellte er in Aussicht.
Dann wechselte die Gemeinde auf die Seite des LASK, und die Anrainer gründeten die überparteiliche Plattform Waldschutz-Pasching, deren Forderungen beim LASK wenig Gehör fanden.
Die Anrainer leiden bei den Profi-Spielen unter der Parkplatznot, Lärm, Müllbergen und dem Flutlicht, „da das gemeindeeigene Stadion nicht für Bundesligaspiele konzipiert wurde,“ erklärt Ruth Kropshofer, Sprecherin der Bürgerinitiative. Für sie sei es unverständlich, „dass die Frist nun verlängert werden soll, obwohl selbst für den laufenden Betrieb noch Genehmigungen ausständig sind.“
Sollte über die Köpfe der Anrainer hinweg der LASK-Spielbetrieb verlängert werden, „würde das letzte Vertrauen verspielt,“ so Kropshofer.
Kein gutes Zeichen sieht sie darin, dass die Gemeinde gerade ein Bauverfahren zur Bewilligung des LASK-VIP-Zelts auf dem alten Kunstrasenfeld, dessen Genehmigung am 10. November ausgelaufen ist, bis zum 30. Juni 2023 gestartet hat.
Seine Bedenken listet das Bürgerforum Wagram schriftlich in acht behördlichen Punkten auf, die dem Betrieb der Spielstätte zugrunde liegen, deren Einhaltung aber zu wünschen übrig lässt. Außerdem will man künftig bei Bundesligaspielen die ungehinderte Zu- und Abfahrt zu den eigenen Grundstücken gesichert wissen.