Linzer Kardiologe arbeitet an neuer Therapie für Vorhofflimmern des Herzens mit.

Wenn der Herzrhythmus entgleist, ist oft ein Vorhofflimmern der Grund. In spätestens zwei Jahren wird eine neue Therapie zur Standardbehandlung gehören, an deren Entwicklung ein Linzer Kardiologe mitarbeitet: „Das wird eine Revolution mit null Komplikationen,“ schwärmt er.

Prof. Dr. Helmut Pürerfellner vom Ordensklinikum Linz Elisabethinen gehört zu Europas führenden Kardiologen und ist weltweit vernetzt. Wenn dieser Fachmann ins Schwärmen gerät, dürfen sich auch die Patienten freuen: Dann ist Heilung in Sicht. An Vorhofflimmern leiden 2 -3 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Ab dem 70. Lebensjahr ist jeder Zehnte davon betroffen, „unter den 50- bis 60-Jährigen flimmern mehr Männer als Frauen,“ weiß Pürerfellner. Behandelt wird mit Medikamenten, Defibrillator oder durch einen operativen Eingriff mittels Sonde, bei dem der flimmernde Herzbereich mit Kälte oder Hitze verödet wird. Das nennt man Ablation. Die Erfolgsquote bei diesem Eingriff liegt bei 80%, in 1-2% der Fälle kommt es zu teils gefährlichen Nebenwirkungen. Die Kardiologische Abteilung am Ordensklinikum Linz Elisabethinen ist Teil einer großen internationalen Studie zu einer neuen OP-Methode mit Kathetersonde, genannt gepulste Feldablation. Dabei wird an der Sondenspitze statt Kälte oder Hitze ein elektrisches Feld erzeugt, das die flimmernden Herzzellen außer Gefecht setzt. Der Herzrhythmus passt wieder.
Helmut Pürerfellner hat bisher sechs Patienten erfolgreich mit der neuen Technologie operiert. „Das wird eine Revolution werden und in 1 bis 2 Jahren die Standardtherapie sein,“ ist der 60-jährige Professor überzeugt. „Die Erfolgsquote liegt bei 90 bis 95 % und es gibt null Komplikationen. Außerdem verkürzt sich die Operation von 1,5 bis 2 Stunden auf 60 Minuten.“ Für den Operateur werde es sogar einfacher, so Prof. Pürerfellner: „Jeder invasiv tätige Kardiologe kann das.“
Für die Patienten ist die Prozedur schmerzfrei, nach drei Tagen können sie das Spital verlassen. Die Elisabethinen Linz machen jährlich 350 Ablationen.