Foto: Hallo OÖ

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Sie wollen dramatische Entwicklungen stoppen (von links): DI Günter Eberhardt, Dr. Welf Ortbauer und DI Wolfgang Pauzenberger.

Immer mehr Bürger steigen auf die Barrikaden

Eine städtebauliche Hilf- und Konzeptlosigkeit, die lebenswerte Strukturen zerstört und ein Verkehrschaos produziert, kritisieren die immer mehr werdenden Bürgerinitiativen in Linz. Engagierte Architekten fordern: „Gebt die Stadtplanung von den Investoren an die Stadt zurück.“

Arch-Pro-Linz, Baumrettungsinitiative, Fairplanning, Initiative Verkehrswende Jetzt!, Lebensqualität Sonnenstein-, Gerstner-, Ferihumerstraße, Grüngürtel schützen Jetzt!, Solidarwerkstatt, Verein Altstadt, Zukunft Klostergarten – das ist eine kleine Auswahl von Initiativen, die von Bürgern gegründet worden sind, die mit der Entwicklung von Linz nicht zufrieden sind.
„Es ist eine dringende Notwendigkeit, ein Stadtentwicklungskonzept auf breiter Basis mit unabhängigen Fachleuten und unter Einbeziehung der Bevölkerung zu erarbeiten,“ fordert Architekt DI Günter Eberhardt von Arch-Pro-Linz: „Höchste Zeit, die Fehlentwicklungen zu erkennen, um nachhaltig gegensteuern zu können.“ Als Paradebeispiel für fehlende Stadtplanung nennt er das Gelände der ehemaligen Tabakfabrik. „Dort gibt es einen Investorenwettbewerb statt Architektenwettbewerb.“
„Wir sind empört,“ pflichtet ihm Architektenkollege DI Wolfgang Pauzenberger bei: „Das Fehlen einer übergeordneten Stadtplanung ist ein Verbrechen an der Stadt und gegenüber künftigen Generationen.“ Gestaltungsbeirat, Städtebauliche Kommission und Zukunftswerkstatt seien intransparente Gremien, „die blutleere Papiere produzieren. Man kommt zu keiner Analyse oder Synthese,“ so Pauzenberger.
„Es gibt keinen Schutz des Grüngürtels und keinen Baumschutz. Grau ersetzt nach und nach Grün, Beton geht vor Baum,“ schlägt Dr. Welf Ortbauer von der Baumrettungsinitiative angesichts der massiven Fällungen in den vergangenen Jahren Alarm.
Katastrophal sei auch die Verkehrsplanung. Günter Eberhardt: „Macht man so weiter, wird Linz die einzige Stadt in Mitteleuropa, durch die drei Autobahnen führen.“ Seilbahnen und Hängebrücke seien abstruse Ideen.
Bisher seien alle Initiativen im Sand verlaufen, beklagen die Architekten-Pro-Linz-Aktivisten: „Von den Politikern gibt es keine oder sehr seltsame Antworten und keine Termine. Es gibt keine Kontrolle mehr. Aber wir werden sicher keine Ruhe geben.“