Foto: Mariendom wolfstudios

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Linzer Mariendom als zerklüfteter Lebensraum für Fauna und Flora

Mitten in der Landeshauptstadt ragt eine riesige Arche Noah aus Stein in den Himmel. Der Linzer Mariendom als größte Kirche Österreichs bildet einen einladenden Lebensraum für Fauna und Flora. Das zerklüftete Kirchenschiff wird von unzähligen Pflanzen und Tieren besiedelt. Sie machen das bauliche Meisterwerk auch zu einem ökologischen Juwel. Seit 1. Juli verfügt der Neue Dom über einen neuen Besuchermagnet: Die Himmelsstiege führt über 633 Stufen in 112 Meter Höhe. Dorthin, wo auch Falken hausen.

Wanderfalken nutzen das größte Gotteshaus Österreichs als Jagdrevier, Turmfalken brüten am 134 Meter hohen Kirchturm, Tauben und viele andere Vogelarten finden hier attraktive Lande- und Schlafplätze. Fledermäuse und Eulen waren und sind immer wieder zu Gast. Die nachts beleuchtete Kathedrale zieht auch Insekten ohne Ende an.
Spezielle Gäste sind drei Bienenvölker, die ihr Basislager am Dom aufgeschlagen haben. Zwei zogen freiwillig als Schwärme in trockengelegten Entwässerungsrinnen ein, eines wurde am Nordturm in etwa acht Metern Höhe und an dem Wind abgewendeter Stelle gezielt hier angesiedelt. Ihr Bienenvater ist Mag. Bernhard Rihl. Der 53-jährige Architekt und Raumplaner hat sich 2012 der Imkerei verschrieben und kümmert sich seither mit dem Team des Vereins „Linzer Biene“ um die Bienenzucht in der Stadt und den Erhalt städtischer Naturräume. Seine Dom-Bienen fliegen vor allem auf die große Linde im Domviertel. Hier sammeln sie jährlich bis zu 20 kg Honig, den es im Domshop zu kaufen gibt.

Die Pflanzenwelt am Dom dominieren Flechten und Moose, an manchen Stellen gedeihen auch Blumen, Kräuter und Sträucher. Das Gesamtgewicht dieser Biomasse geht in die Tonnen, ist für den Stein nicht gerade förderlich, erreicht aber keine Dimension, die Domhüttenmeister Gerhard Fraundorfer ernste Sorgen machen würde. Das gilt auch für die Maus Stanislaus, die sich speziell in der Dombauhütte herumtreibt, so wie sich andere Kirchenmäuse im Domareal wohl fühlen.
Ein Hochgefühl vermittelt Dom-Besuchern die neue Himmelsstiege, die über 633 Stufen zum höchsten Aussichtspunkt einer österreichischen Kirche führt. Schwindelfreien bietet sich in 112 m Höhe ein spektakulärer Rundblick auf Linz und Umgebung. 1,5 Stunden dauernde Führungen gibt es jeden Freitag (17.30 Uhr) und Samstag (16 Uhr) und für Gruppen nach Vereinbarung. Infos und Anmeldungen: 0732/946100, domcenter@dioezese-linz.at.

„Hallo“ verlost 3 x 2 Karten für die Himmelsstiege. E-Mail bis 20. Juli an redaktion@ hallo-zeitung.at. Kennwort: Ausblick.

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Wie eine gestrandete Arche Noah liegt der Linzer Mariendom inmitten der Stadt und bietet der Tier- und Pflanzenwelt ein steinernes Refugium. Für die Restaurierung der einzigartigen Gemäldefenster läuft derzeit eine Domlotterie, bei der jedes Los zum Preis von 5.- Euro gewinnt. Bei der Schlussziehung am 6. September winken Preise im Gesamtwert von 148.000.- Euro. Mehr Infos: www.domlotterie.at
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Mag. Bernhard Rihl führt Kinder in die Welt der Imkerei ein. Der Architekt betreut auch ein Bienenvolk am Mariendom. Mit seinen Imkerkolleginnen Dr. Katja Hintersteiner und Lisa Schmidt organisiert er Touren zu den „wilden Stadtbienen“. Infos: www.naturschauspiel.at
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