Missionar aus Oberösterreich kämpft in Brasilien mit und für Kleinbauern gegen Korruption, Polit-Willkür und Corona.

Seit 30 Jahren kämpft der aus Windischgarsten stammende Entwicklungshelfer und Diakon Mag. Martin Mayr (60) in Brasilien auf Seiten der Kleinbauern für eine sozial gerechte und ökologisch vernünftige Regionalentwicklung. Dabei hat er nun neben Polit-Willkür und Korruption einen weiteren harten Gegner: Corona.

Die Region Barreiras liegt in Zentral-Brasilien und ist mit 80.000 km2 fast so groß wie Österreich. Auf Wunsch des aus Gaspoltshofen stammenden und 2010 in Linz verstorbenen Bischofs von Barreiras, Richard Weberberger, kam Martin Mayr 1991 hierher, um im westlichen Hinterland die Landrechte der eingesessenen Kleinbauern zu verteidigen, Landlose anzusiedeln und natürliche Ressourcen zu schützen. Der 60-Jährige ist Geschäftsführer der Entwicklungshilfeorganisation „10envolvimento“.
30 mühsame Jahre später berichtet Mayr an „Hallo“: „Unsere Organisation ist der Regierung ein Dorn im Auge, weil wir die Interessen des mächtigen Agrarbusiness kritisieren.“ Gewaltandrohung, Einvernahmen bei der Polizei, Hausdurchsuchungen und vorübergehende Festnahmen sind häufig die Folge.
Umso mehr wird die Arbeit des in Windischgarsten geborenen Entwicklungshelfers, der seit 2002 auch als Diakon der Diözese Barreiras wirkt, von den „kleinen Leuten“ und der sozial wie ökologisch engagierten lokalen Organisation geschätzt.

Seit einiger Zeit haben Mayr und „10envolvimento“ mit Corona einen weiteren starken Gegner, der von Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro als „kleine Verkühlung“ verharmlost wird. „Den armen Familien fehlt es an Lebensmitteln, aber auch an Schutzmasken, Hygiene- und Desinfektionsmitteln,“ so Martin Mayr. „Mit Spenden aus Oberösterreich konnten wir bereits Lebens-und Hygienemittelpakete ankaufen und übergeben sowie das Material und die Herstellung von Schutzmasken durch Frauen-Gruppen aus Armenvierteln in Barreiras finanzieren.“
Zur Situation der Kleinbauern berichtet Mayr: „Wir beobachten, dass gerade deren Familien in abgelegenen Gebieten die Bedrohung durch die Pandemie sehr ernst nehmen und die Kontakte mit den größeren Orten und Städten vermeiden. Die zusätzliche Isolierung bedeutet aber, dass es bei Geburten, Erkrankungen oder Unfällen noch schwieriger ist, ärztlichen Beistand zu erhalten. Auch die Vermarktung der Produkte ist schwieriger geworden. Damit wird das Geld noch knapper.“
Spendenmöglichkeit: Missionsstelle der Diözese Linz, IBAN: AT71 5400 0000 0038 3117, Kennwort: Kleinbauern.