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Schülerin aus Neuhofen/Krems setzt sich für größeren Nationalpark Kalkalpen ein:

Kleine Naturschützerin ganz groß: Das Herz der 11-jährigen Maia aus Neuhofen an der Krems schlägt für den Nationalpark Kalkalpen. Voller Tatendrang startete die junge Umweltaktivistin mit ihrem Vater eine Petition zur Erweiterung unseres einzigen Nationalparks. Link zur Petition

„Das Wichtigste ist, dass wir eine Bewegung starten und alle merken: Da muss man etwas tun!“ Die 11-jährige Maia Gaisberger aus Neu­hofen/Krems, die die erste Klasse eines Gymnasiums besucht, hat mit ihrem Vater Gert eine Petition für die Erweiterung des Nationalparks Kalkalpen ins Leben gerufen.
Damit steht sie nicht nur in der Tradition der „fridays for future“-Klimaschutzbewegung Greta Thunbergs, sondern erinnert auch an die Anfangsphase des Kalkalpen-Nationalparks. Er ist schließich das Ergebnis einer breiten Bürgerbewegung, die sich in den 1990er-Jahren für ein Schutzgebiet zur Erhaltung der Biodiversität und gegen dessen Zerstörung durch wirtschaftliche Interessen ausgeprochen hatte.
Die Natur mit ihrer Artenvielfalt und das Klima liegen auch Maia am Herzen. Das Mädchen spendet regelmäßig einen Teil seines Taschengeldes für ein Naturschutzprojekt. Mit einer Unterschriftensammlung will die Elfjährige einen Stein für die Erweiterung des Kalkalpen-Nationalparks ins Rollen bringen.
Besonders angetan hat es Maia der Luchs, auf den sie bei einer geführten Wanderung mit ihrem Papa durch das Naturjuwel im oberösterreichischen Süden aufmerksam wurde.
Das Pinselohr wurde 1998 durch Ansiedlung in den Kalkalpen wieder heimisch. Doch nach mittlerweile sechs Jahren ohne Nachweis eines Nachwuchses ist das Nationalparkziel einer reproduzierenden Luchs-Population massiv gefährdet. Gegensteuernde Maßnahmen habe die Nationalparkgesellschaft bisher nicht gesetzt, kritisieren auch Naturfreunde, Alpenverein, Naturschutzbund und WWF, die im Nationalpark-Kuratorium als Interessensvertreter beratend vertreten sind.

Die vier Organisationen beklagen allerdings, dass sie „von wesentlichen Planungen des Nationalparks weder informiert, geschweige denn konsultiert oder gar kooperativ in den Prozess eingebunden wurden.“
Ein wesentlicher Kritikpunkt des Landesrechnungshofes und der Naturschutzorganisationen ist auch der Betrieb des Nationalpark-Seminarhotels Villa Sonnwend in Roßleithen. Ein Hotel gehöre nicht zu den Nationalpark-Kernaufgaben und habe zu einem Verlust von 347.000 Euro geführt, bemängeln die Kontrollore. Die Betreiber denken jedoch an einen 1,4 Millionen Euro teuren Ausbau der Herberge.
Statt des Hotels sollte der Nationalpark selbst endlich Richtung Haller Mauern und Totes Gebirge erweitert werden. Darauf drängen die Naturschutzorganisationen und die 3. Landtagspräsidentin und SP-Naturschutzsprecherin Gerda Weichsler-Hauer: „Es wäre hoch an der Zeit, über eine Erweiterung zu verhandeln. In Zeiten von ,fridays for future’ brauchen wir mehr Nationalpark.“
Die elfjährige Maia hat das Heft in die Hand genommen. Ihre an LH Mag. Thomas Stelzer gerichtete Petition „Erweiterung Nationalpark Kalkalpen“ kann noch bis 30. September unterschrieben werden: www.openpetition.eu/at/petition/online/erweiterung-nationalpark-kalkalpen. 1.000 Unterschriften sind Maias Ziel, mehr als 600 Unterstützer gibt es bereits.