Das Dreikönigs-Phänomen ist heuer mit freiem Auge sichtbar!

Foto: Sternwarte Gahberg/Erwin Filimon

Was die Sterndeuter aus dem Morgenland bei Christi Geburt möglicherweise über Jerusalem gesehen haben, ist heuer auch für uns mit freiem Auge sichtbar. Zu diesem Dreikönigs-Phänomen kommt es durch die sehr seltene Annäherung von Jupiter und Saturn. Dieses Treffen ereignet sich im Sternbild Steinbock und erreicht am 21. Dezember seinen Höhepunkt. Die beiden Planeten „verschmelzen“ zum „Stern von Bethlehem“.

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben einen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen… Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.“
So liest man es im Matthäus-Evangelium, Kapitel 2. Und seit der Spätantike versucht man, das Rätsel vom Stern zu Bethlehem zu lösen. Mehrere astronomische und astrologische Theorien kommen dabei ins Spiel. Eine davon ist das Zusammentreffen von Jupiter und Saturn im Sternbild Fische im Jahre 7 vor Christus.
Diese starke Annäherung von Jupiter und Saturn, von Experten Konjunktion genannt, ereignet sich in diesen Tagen wieder.

Der Planet Jupiter hat eine Umlaufzeit von 11,8 Erdjahren um die Sonne, der Saturn benötigt dafür 29,4 Jahre. Etwa alle 20 Jahre „treffen“ sich die beiden großen Planeten am Sternenhimmel.
Seit Wochen kann man bei Einbruch der Dunkelheit am Firmament in südwestlicher Richtung diese Annäherung mit freiem Auge beobachten. „Am 21. Dezember kommen sich die beiden Planeten am nächsten“, weiß Erwin Filimon, Obmann des Astronomischen Arbeitskreises Salzkammergut. „Nur eine Distanz von 6 Bogenminuten trennt die beiden. Das ist ein Fünftel des Vollmonddurchmessers.“ In Wirklichkeit liegen an diesem Tag 734 Millionen km zwischen Jupiter und Saturn. Das nächste Mal kommen sie sich 2080 wieder so nahe.