28. Oktober 2020

AKTUELLES

Klagen im Bankskandal

„Es wird ein langer, harter Kampf,

aber ich sehe gute Chancen!”

Niemand will dafür verantwortlich sein, dass die Commerzialbank Mattersburg jahrzehntelang mit kriminellen Machenschaften eine Schadenssumme von etwa 700 Millionen Euro anrichten konnte. „Das darf doch nicht wahr sein,“ sagt der Linzer Rechtsanwalt Dr. Gerald Waitz. Er arbeitet für Dutzende Geschädigte an drei Musterklagen.


Dr. Gerald Waitz vertritt bei den Musterklagen gegen die Commerzialbank Mattersburg geschädigte Privatpersonen und Firmen. Er arbeitet mit dem Prozessfinanzierer LVA24 zusammen, der Klienten ohne Rechtsschutzversicherung das Verfahren finanziert und im Erfolgsfall 20 % Provision kassiert.

Gerald Waitz ist ein erfahrener Wirtschaftsanwalt und Spezialist für Verfahren bei Massenschädigungen. So hat er zum Beispiel vor Jahren nach der Pleite des Kärntner Finanzjongleurs Wolfgang Auer-Welsbach für einen Vöcklabrucker Mandanten einen Musterprozess bis zum Obersten Gerichtshof geführt und gewonnen. Sein Mandant erhielt den Schaden von 26.000 Euro und alle Prozesskosten ersetzt.
Dieses Urteil verhalf schließlich 7.500 weiteren Geschädigten zu einer Schadensgutmachung in der Höhe von insgesamt 150 Millionen Euro. Zahlen musste der Fonds zur Anlegerentschädigung vonWerpapierfirmen (AeW).
Auch im Zusammenhang mit Frankenkrediten hat Dr. Waitz für einen oberösterreichischen Klienten wegen mangelnder Beratung ein Grundsatzurteil erwirkt,  das zu 30.000 Euro Schadenersatz führte und als Grundlage für andere Geschädigtenverfahren diente.
Nun knöpft sich Gerald Waitz die handelnden Institutionen und Personen im Commerzialbankskandal vor. „Das wird sicher ein langer, harter Kampf, denn die werden sich mit Händen und Füßen wehren. Doch ich sehe für meine Mandanten gute Chancen,“ so der 48-jährige Rechtsanwalt.
Seine Musterklagen haben drei Stoßrichtungen:
- Gegen den Konzern TPA, der über viele Jahre für die Wirtschaftsprüfung bei der Commerzialbank zuständig war und zumindest „grob fahrlässig“ gehandelt habe.
- Gegen die Republik mit einer Amtshaftungsklage, weil „die Finanzmarktaufsicht und die Nationalbank versagt haben“ und die Staatsanwaltschaft Erhebungen eingestellt hat, „obwohl es von Insidern klare Hinweise auf illegale Machenschaften gegeben hat“.
- Gegen Personen aus dem Aufsichtsrat, denen die „gesetzlich vorgeschriebene Qualifikation für so eine Funktion im Bankenwesen gefehlt hat“ und welche die TPA neuerlich mit der Wirtschaftsprüfung beauftragt hatten, obwohl über zwei TPA-Prüfer von der Finanzmarktaufsicht bereits eine Sperre verhängt worden war.
Dr. Waitz will die Klagen noch heuer einbringen.