13. November 2019

KOMMENTAR

von Manfred Radmayr

Die Politik muss liefern!


m.radmayr@hallo-zeitung.at

Wind, Sonne, Wasser sind Goldes wert. Sie liefern uns den „grünen“ Strom, ohne den es keinen Klimaschutz gibt. In Österreich liegt der Anteil der erneuerbaren Energie derzeit bei gut 70 Prozent des Strombedarfs. 14 Prozent des Stroms wird importiert, darunter Atomstrom. In den 1950er- und 1960er Jahren produzierten wir 80 Prozent unserer Energie aus erneuerbaren Quellen, und wir waren Stromexporteur. Das sind die Fakten im Schatten des Politikergeredes von der Wichtigkeit des Klimaschutzes, das als heiße Luft verpufft.
In einer noch nicht veröffentlichten Umfrage des Sora-Instituts in Oberösterreich wurden 700 Landsleute unter anderem gefragt: „Stimmen Sie folgender Aussage ziemlich, wenig oder gar nicht zu? Österreich darf nicht riskieren, die Klimaziele zu verfehlen und dann Milliarden an Strafen zu zahlen.“ 87 Prozent der Befragten, quer durch alle Bevölkerungsschichten, sprachen sich für den Klimaschutz und gegen die Strafzahlungen aus. Wenn allerdings so weitergemacht wird wie bisher, werden wir bis 2030 die verpflichtete Einsparung von zumindest 36 Prozent an Treibhausgasen nicht erreichen und acht bis zehn Milliarden Euro Buße blechen müssen. In Oberösterreich fallen etwa 300 Millionen an. Wäre es da nicht gescheiter, dieses Geld in Umrüstungen zu stecken? Die 200 baufertigen Windkraftprojekte (Bericht nebenan) würden beispielsweise etwa 50 zusätzliche Fördermillionen kosten. Von der jetzt zerbröselten türkis-blauen Bundesregierung gab es statt den Millonen nur Versprechungen.
Leere Worte wurden genug gewechselt. Ob in unserem Bundesland der Stillstand bei der Windkraft der Weisheit letzter Schluss ist, könnte man auch noch einmal überdenken. Diesen Freitag gibt es wieder Fridays for Future-Klimademonstrationen. Die Politik muss endlich liefern!