19. Juli 2019

AKTUELLES

Erstunterschrift von 1.500 Linzer Stadiongegnern

1.500 Unterschriften in 2 Wochen

Abgesehen vom Urteil im Swap-Prozess und von der verfahrenen Verkehrssituation ist es wohl die brennendste kommunalpolitische Frage in Linz: Soll beim Pichlinger See ein LASK-Stadion gebaut werden? Eine Bürgerinitiative will dazu eine Volksbefragung und hat dafür in zwei Wochen schon 1.500 Unterschriften gesammelt.


Im Herbst soll die von der Bürgerinitiative angestrebte Volksbefragung zur Erhaltung der Naherholungszone stattfinden.

Das Stadion für 20.000 Zuschauer mit 3.500 Parkplätzen, Trainingsgelände und Nebengebäuden würde mehr als 40 Millionen Euro kosten und im „schützenswerten Naherholungsgebiet“ errichtet, wie der Grünzug beim See im Örtlichen Entwicklungskonzept definiert ist.
Von den Kosten will der LASK 22 Millionen Euro selbst aufbringen, den Rest müsste die öffentliche Hand berappen. Dazu kämen Millionen für die Verkehrsinfrastruktur. Gleichzeitig steht das für mehr als 30 Millionen Euro renovierte Stadion auf der Gugl fast das ganze Jahr leer.
Die Bürgerinitiative „Rettet den Pichlinger See“ will eine Volksbefragung zu den Stadionplänen erzwingen. Es wäre die erste vom Volk initiierte Befragung in der Landeshauptstadt. Dafür benötigt man 6.100 Unterschriften von Personen mit Hauptwohnsitz in Linz, die älter als 16 Jahre sind. Innerhalb von zwei Wochen hat man die ersten 1.500 Unterschriften gesammelt.
„Die Menschen sind sehr gut informiert. Am Südbahnhofmarkt haben beispielsweise in 2,5 Stunden 300 Leute unterschrieben. Sogar einige LASK-Fans, die gegen diesen Standort sind,“ freut sich Neos-Fraktionschef Lorenz Potocnik vom 17-köpfigen Initiativkomitee, dem auch Umweltstadträtin Eva Schobesberger von den Grünen angehört: „Das Stadion wäre ein grobes Foul am Naturschutz und an den Erholungsuchenden.“
Unterschriftenlisten kann man unter www. rettet-den-pichlingersee.at herunterladen.

STIMMEN

„Der Pichlingersee ist für mich das perfekte Naherholungsgebiet. Das für ein zweites Stadion zu vergeuden, wäre ein nicht wieder gutzumachender Fehler.“
Wolf-Dieter Albrecht, Leiter der Stadtplanung Linz von 2009 bis 2015

„Wir von ,Rettet den Andreas Hofer Park' sind davon überzeugt, dass der Schutz unserer städtischen Grünflächen oberste Priorität hat. Für uns und alle folgenden Generationen.”
Agnes Eccher,
Biomedizinische Analytikerin


„Wir verbrauchen gerade in Oberösterreich viel zu viel wertvollen Ackerboden. Dieses Projekt würde 20 ha zerstören. Irgendwann muss Schluss sein.”
Markus Fraundorfer, Landwirt

„Wozu Flächenwidmungen und Gemeinderatsbeschlüsse, wenn diese willkürlich aufgehoben werden, ohne die betroffenen Menschen, das sind alle Linzerinnen und Linzer, einzubinden?“  
Aldo Frischenschlager, Rechtsanwalt

„Als Kind des Linzer Südens verbrachte ich viele schöne Tage beim Baden und Eislaufen am Pichlingersee. Ich setze mich dafür ein, dass dieses Erholungsgebiet auch für künftige Generationen erhalten bleibt."
Gerlinde Grünn, KP-Gemeinderätin

„Als Vorsitzender des Pensionistenverbandes Ebelsberg und Pichling wurde ich von einer Vielzahl der Mitglieder dringend gebeten, etwas gegen die Zerstörung des Pichlinger Sees zu tun.”
Helmut Gschiel, Ebelsberg  

„Als Pädagoge sehe ich es als Pflicht, mir Gedanken um die Zukunft von Kindern und Jugendlichen zu machen. Deshalb kämpfe ich hier für den Erhalt des Naturraums rund um den Pichlinger See.”
Erich Gusenbauer, Lehrer

„Das LASK-Stadion ist ein großes Thema im Linzer Süden. Darum begrüße ich, dass die BürgerInnen mitentscheiden sollen, wie sich der Süden in Zukunft entwickelt.”  
Daniel Höllinger, SPÖ Ebelsberg

„Der Pichlinger See ist ein Ort der Ruhe und Erholung. Wieso sollten wir so einen Ort mit einem Stadion zerstören?“ Armin Kraml, Anrainer

„Die Landesregierung will dieses Stadion offenbar um jeden Preis durchsetzen. Dabei ist das Projekt vollkommen einseitig, gestrig und nicht gut für Linz!“
Jakob Lambert, SPÖ-Gemeinderat

„Die Linzerinnen und Linzer sollen selbst entscheiden, ob im Naherholungsgebiet des Pichlinger Sees ein Stadion errichtet werden soll oder ob es weiterhin Grünland und Naherholungsgebiet bleibt.”
Erwin Leitner, Jurist

„Ich setze mich dafür ein, dass der für die Gesundheit zehntausender Menschen so wichtige Erholungswert des Pichlinger Sees einschließlich seiner Umgebung erhalten bleibt und nicht zerstört wird.”
Wilhelm Schützenberger,
Kardiologe und Anrainer


„Bei allem Tempo, das wir in Linz an den Tag legen, braucht es Orte wie den Pichlingersee für Ruhe und Entspannung. Hier gehört kein Stadion her. Sorry, liebe Fußballfans.“
Ewald Tröbinger, Linz Marathon Veranstalter, Triathlet und Musiker