22. Mai 2019

KOMMENTAR

Pfeifen im finsteren Wald


m.radmayr@hallo-zeitung.at

Es ist seit langem eine leidige Geschichte: der LASK und seine sportlichen Heimstätten. Der beliebteste und erfolgreichste Fußballverein Oberösterreichs verfügt über keinen eigenen Sportplatz. Ihm fehlt, was jeder Unterklasseklub selbstverständlich hat. Derzeit spielen die Schwarz-Weißen im Paschinger Waldstadion, für das der Profiklub eine lächerliche Jahrespacht bezahlt. Das Stadion bietet Platz für 6.000 Zuschauer, für die 160 Parkplätze (!) zur Verfügung stehen, die auch für die Besucher des benachbarten Waldbades, Skateparks und der Tennis- und Eisstockplätze vorgesehen sind. Die Anrainer müssen sich an Spieltagen verparkte Straßen, Anpöbelungen und Vermüllungen gefallen lassen. Dazu kommen Lärm- und Lichtbelästigungen. Bei Risikospielen sorgen bis zu 300 Polizisten im Ortsteil Wagram für Sicherheit.
2022 ist, laut Vertrag zwischen der Gemeinde Pasching und dem Klub, mit dem Bundesliga-Fußball im Waldstadion Schluss. Verständlich, dass sich eine Bürgerinitiative dagegen wehrt, dass jetzt 25.000 m2 Wald für zwei weitere Trainingsfelder geopfert werden sollen (Bericht auf Seite 5). Ebenso verständlich ist, dass der LASK, der nicht mehr in Linz auf der teuer renovierten Gugl spielen will, ein eigenes, zeitgemäßes Stadion möchte und dafür 22 Millionen berappen will. Aber wo ist dafür der geeignete Platz, und woher kommen die restlichen Millionen?
Dem Wunschstandort des Vereins beim Pichlingersee im größten Naherholungsgebiet der Landeshauptstadt zeigt nicht nur eine Fairplanning-Initiative von 128 oberösterreichischen Fachleuten aus den Bereichen Architektur, Ingenieurwesen und Raumplanung die Rote Karte. Der LASK steht unter Zeitdruck und wird sich mehr einfallen lassen müssen, als Projektgegner in Pasching und Linz-Pichling zu klagen oder ihnen mit Klagen zu drohen. Das gleicht einem Pfeifen im finsteren Wald. Mutige Offensive sieht anders aus.

Autor: von Manfred Radmayr