13. November 2019

GESUNDHEIT

Kinder, Frauen, Sportler und Vegetarier sind besonders gefährdet

Weit verbreitet und oft unterschätzt: Eisenmangel macht uns krank!


Eisenspezialist Dr. Bernhard Robl

Wieviel Eisen braucht der Mensch? Ein gesunder Körper enthält im Schnitt drei bis fünf Gramm dieses Spurenelements, das für die Blutbildung, den Sauerstofftransport, den Muskelaufbau und das Zellwachstum lebenswichtig ist. Daran sieht man: Eisenmangel macht krank! Und er ist die häufigste Mangelerscheinung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Symptome dafür sind Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen, Nackenverspannungen, Erschöpfungszustände, Konzentrationsstörungen, Depressionen, Haarausfall, Nagelbrüchigkeit und - angesichts der kalten Jahreszeit besonders wichtig - ein schwaches Immunsystem.

Wie entsteht der Eisenmangel? „Pro Tag verlieren wir 1 bis 2 mg Eisen durch abgestorbene Zellen aus dem Magen-Darm-Trakt oder durch kleine Blutungen,” erklärt Dr. Bernhard Robl, Oberarzt im Krankenhaus der Elisabethinen in Linz, wo er sich als Nierenspezialist seit 20 Jahren mit dieser Thematik befasst. Der 51-jährige Internist betreibt als Wahlarzt in Linz-Urfahr, Rudolfstraße 8, auch eines der wenigen Eisentherapiezentren Österreichs. In der Schweiz gibt es bereits 48 (!) derartige medizinische Einrichtungen.

Der Verlust von Eisen wird normalerweise über die Nahrung ausgeglichen. Allerdings können nur zehn Prozent der in Lebensmitteln enthaltenen Eisenmenge über den Darm aufgenommen werden. Daher liegt der tägliche Eisenbedarf von Erwachsenen bei etwa 10 mg. „Während der Monatsblutung gehen zusätzlich bis zu 1,5 mg pro Tag verloren, weshalb gebärfähige Frauen einen höheren Eisenbedarf haben. Das gilt auch für Schwangere und stillende Mütter,” warnt Bernhard Robl. Auch Kinder, Jugendliche und ambitionierte Leistungssportler brauchen mehr Eisen. Ebenso Vegetarier, weil sie auf das eisenhaltige Fleisch verzichten. Andererseits enthalten einige Obst- und Gemüsesorten, wie Hülsenfrüchte, Rote Beete oder Kohl, das wertvolle Eisen. Wichtig: Vitamin C begünstigt die Eisenaufnahme im Körper, Kaffee und schwarzer Tee hemmen sie.

Zur Feststellung eines Eisenmangels bedarf es einer Blutuntersuchung mit den Leber- und Nierenwerten und der Feststellung des Ferritinwertes. Auffüllen kann man die leeren Eisenspeicher durch Medikamenteneinnahme oder Eiseninfusionen. „Infusionstherapien wirken viel schneller und sind völlig nebenwirkungsfrei. Bei der Niedrigdosistherapie genügen im Normalfall drei bis fünf Infusionen. Schon nach kurzer Zeit geht es den Patienten besser. Die Kosten für die Arzneimittel übernimmt in den meisten Fällen die Krankenkasse,” so Bernhard Robl. Weitere Infos unter 0664/3132930.