23. Februar 2012

AKTUELLES

5,1 km lange Umfahrung kostet 107 Millionen Euro

Lambach erhält die teuerste Landesstraße aller Zeiten

Die Umfahrung des Stiftsortes Lambach wird die teuerste Landesstraße, die je gebaut worden ist. Der 5,1 Kilometer lange Streckenabschnitt kostet 107 Millionen Euro. Das Projekt ist auch deshalb so kostspielig, weil ein 912 Meter langer Tunnel gebaut wird. Im Frühjahr fahren die ersten Bagger auf, 2016 soll die „Luxusstraße” fertig sein.

Das oberösterreichische Straßennetz besteht aktuell aus 296 km Autobahn, 6.000 km Bundes- und Landesstraßen, die in gemeinsamer Landesverwaltung stehen, und 10.000 km Gemeindestraßen und Güterwegen. Jene 5,1 km, die als Umfahrung Lambach im Frühjahr in Angriff genommen werden, reißen ein großes Loch ins Straßenbaubudget. Es wird mit 107 Millionen Euro der teuerste Landesstraßenabschnitt in der oberösterreichischen Geschichte. Jeder Kilometer kostet die Kleinigkeit von 21 Millionen Euro. Trotzdem sei der Bau dringend notwendig, so Straßenbaureferent LH-Stellvertreter Franz Hiesl: „In dem Bereich, wo die Umfahrung gebaut wird, gab es von 2006 bis 2011 nicht weniger als 93 Verkehrsunfälle mit 130 Verletzten und einem Todesopfer. Dazu kommen unzählige Sachschadenunfälle.”

Die Verkehrsbelastung liegt im Osten von Lambach bei 15.300 Fahrzeugen pro Tag, davon sind 14 Prozent Lastautos. Im Westen des Stiftsortes zählt man 8.800 Fahrzeug pro 24 Stunden. Im Ortszentrum kommt es durch die Verkehrsdichte laufend zu Staus. Die Umfahrung erstreckt sich auf Gebiete der Gemeinden Lambach, Edt und Neukirchen und soll Lambach um 30 bis 50 Prozent des Verkehrsaufkommens entlasten.

Im Frühjahr starten die Bauvorarbeiten für die ÖBB-Querung im Westen. 2012 beginnt die erste Bauetappe im Westen, 2013 folgt der Ostabschnitt mit dem 912 m langen Tunnel. In vier Jahren soll die Verkehrsfreigabe erfolgen.

Insgesamt investiert das Land heuer 180 Millionen Euro in den Straßenbau und die Straßenerhaltung. Dieser Jahresbetrag blieb seit 2004 konstant. Von diesem Geld würden nicht nur die Verkehrsteilnehmer profitieren, so Franz Hiesl, „denn 75 Prozent der Aufträge gehen an oberösterreichische Firmen, nur 0,4 Prozent des Geldes fließt an ausländische Unternehmen. Das schafft Arbeitsplätze in den Regionen.”