07. Februar 2012

KOMMENTAR

Alles paletti!


m.radmayr @hallo-zeitung.at

Frechheit siegt! Deshalb dachten sich der ehemalige Kärntner Landes-Jörg und der soeben wiedergewählte Kärntner VP-Chef Martinz nichts dabei, als sie einem befreundeten Villacher Steuerberater im Zuge des Hypo Alpe Adria-Verkaufs an die Bayern sechs Millionen Euro Honorar bezahlten. Sechs Millionen für ein 6-Seiten-Schriftstück, das in sechs Wochen fabriziert wurde. Ein wirklich fairer Preis, waren doch ursprünglich 12,1 Millionen vereinbart. Der großherzige Abkassierer gewährte allerdings einen „Patriotenrabatt” in der Höhe von 6,1 Millionen.

Frechheit siegt, dachten sich wohl auch jene Mitglieder des US-Kongresses, die am (vorläufigen) Höhepunkt der Krise mit so genannten Leerverkäufen gegen die Aktien von Unternehmen gewettet haben, für deren Beaufsichtigung sie zuständig sind.

Frechheit siegt, war überhaupt die das gegenwärtige Wirtschaftsschlamassel auslösende Grundeinstellung. „Too big to fail” (Zu groß für eine Pleite) war die Devise, hinter der sich die abenteuerlichsten Geschäfte versteckten. Wenn’s schief geht, zahlt die (ungefragte) Allgemeinheit. So geschieht es allgegenwärtig. Ein Grundprinzip im EU-Vertrag heißt „No-Bail-out”(Kein Land bürgt für ein anderes). Mit der 110-Milliarden-Hilfe für die griechischen Schmähtandler und dem 750-Milliarden-Rettungsschirm für den Euro hat man diese Regel kurzerhand gebrochen.

Frechheit siegt eben. In allen genannten Fällen wurde bisher kein Verantwortlicher zur Rechenschaft gezogen. Das gilt auch für den Dunstkreis von Herren wie Grasser, Maischberger, Flöttl oder Mensdorff-Pouilly. Alles paletti! Wozu wir dann eigentlich Gesetze brauchen? Dass beispielsweise die Familie Zogaj jetzt unverzüglich ausreisen muss. Und die Moral von der Geschicht’? Du musst an großen Rädern drehen, damit du nicht unter die Räder des Gesetzes kommst.