07. Februar 2012

AKTUELLES

In OÖ sprudeln 42 Quellen

143,5 Mio Liter Rohöl gefördert

Österreich kann zehn Prozent seines Erdölbedarfs aus Eigenproduktion decken. Diese zehn Prozent machen etwa eine Milliarde Liter aus. Die restlichen neun Milliarden Liter werden importiert. Die Suche und Förderung von Erdöl und Erdgas liegt in Österreich in der Hand von zwei Firmen: der OMV-Tochter Exploration & Production GmbH und der Rohölaufsuchungsgesellschaft (RAG), an der die EVN die Mehrheit hält. Die RAG-Betriebszentrale befindet sich in Gampern im Bezirk Vöcklabruck.

Oberösterreich ist das Hauptrevier der RAG, die hier mit zwei Bohrtürmen ständig nach neuen ertragreichen Quellen sucht. Auch in Salzburg und einem Teil Niederösterreichs ist sie aktiv. Derzeit gibt es 153 RAG-Gewinnungsfelder, die einer Gesamtfläche von 452,4 km2 entsprechen.

Stößt man auf ein Ölfeld, wird eine Fördersonde gesetzt. 42 solcher Sonden sind aktuell in Oberösterreich in Betrieb. Neben dem Innviertel sprudeln sie beispielsweise in Bad Hall und Wartberg/Krems recht ergiebig. Insgesamt förderte die RAG im Vorjahr 143,5 Millionen Liter Öl zutage, den Großteil davon in unserem Bundesland.

Wie viel oder wie wenig diese Menge ist, zeigt ein Vergleich mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Dort strömen seit dem 22. April, nachdem die Bohrinsel Deepwater Horizon als Folge einer Explosion untergegangen ist, täglich etwa fünf Millionen Liter Öl ins Meer. Manche Angaben gehen sogar von zehn Millionen Litern oder mehr aus. Im Klartext: Innerhalb von etwa vier Wochen landet eine Menge wie Oberösterreichs Öljahresproduktion im US-Atlantik, vielleicht dauert es auch nur zwei Wochen. Bisher sind jedenfalls insgesamt mindestens 2,5 Jahresfördermengen der RAG im mexikanischen Golf ausgeflossen.