07. Februar 2012

AKTUELLES

Chinesen verwandeln unseren Kunststoffmüll in Textilien

WM-Trikots aus Plastikflaschen

Das ist der globale Wirtschaftskreislauf von heute: Aus unserem Plastikmüll fertigt man in Asien Textilien, die dann wieder bei uns verkauft werden. Zum Beispiel als teure Sportbekleidung. Für ein WM-Trikot benötigt man acht PET-Flaschen. Die große Nachfrage treibt derzeit den Preis für Kunststoffmüll in die Höhe.


Günter Kaltenberger: „Bei PET-Flaschen ist derzeit die Nachfrage sehr groß.”

„Für eine Tonne PET-Flaschen werden derzeit 100 bis 300 Euro bezahlt. Der Preis hängt abgesehen von Angebot und Nachfrage auch wesentlich davon ab, ob das Plastik bunt oder tranparent und wie sauber es ist,” erklärt Günter Kaltenberger von der Ambach Entsorgungs GmbH mit Sitz in Hörsching. Diese Firma hat sich unter den privaten Wertstoffhändlern innerhalb von sieben Jahren zum Marktführer in Österreich gemausert.

Ambach vermarktet jährlich etwa 20.000 Tonnen Kunststoffabfall. Kaltenberger: „Wir kaufen europaweit ein und verkaufen weltweit. Beim Übersee-Export gehen vom Kunststoff 99 % nach China, Pakistan und Indien.”

Bei PET-Flaschen ist derzeit die Nachfrage aus China besonders groß. Die Plastikflaschen werden zu Ballen gepresst, in 20-Tonnen-Containern nach Asien verschifft, wo sie in Fabriken mit Billigstlöhnen sortiert, geschreddert und geschmolzen werden, um sie in Textilfasern zu verwandeln. Daraus entstehen dann Fleece-Pullis, Sweater und vor allem Sportbekleidung. Diese Textilien kommen dann wieder per Schiff nach Europa und in unseren Handel.

Auch die derzeit so beliebten WM-Trikots bestehen großteils aus Plastikflaschen. Der Materialeinsatz für solche Leiberl, die dann um 30 bis 80 Euro verkauft werden, liegt bei nur wenigen Cent. „Für einen Fleece-Pullover benötigt man ja nur acht PET-Flaschen,” weiß Rudolf Faltinger vom Abfallentsorger Zellinger in Walding.