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Wels:Trotz Wohnungsnot stehen Wohnungen leer
2.000 Menschen sind in Wels auf Wohnungssuche, 200 haben einen akuten Bedarf an Wohnraum. Trotzdem stehen im Stadtteil Gartenstadt ständig 35 bis 40 Wohnungen leer. In der dortigen Lawog-Wohnanlage an der Otto Loewi-Straße gibt es insgesamt 354 Wohneinheiten, von denen mindestens zehn Prozent keine Mieter finden. Der Grund dafür: Es gibt ständig Probleme durch Verschmutzung, Lärmbelästigung, Vandalismus und auch Raufereien. Polizeieinsätze gehören zur Tagesordnung.
Insgesamt wohnen in der Otto Loewi-Straße 1.220 Personen, darunter etwa 400 Zuwanderer. „Es hat eine Art Schubumkehr gegeben. Jetzt wollen auch Ausländer nicht mehr hierherziehen,” berichtet Wohnbaustadtrat Dr. Andreas Rabl. Für die Lawog bedeutet der Leerstand jährliche Mindereinnahmen von 200.000 Euro, wie Direktor Frank Schneider vorrechnet.
„Ursprünglich war die Otto Loewi-Straße eine beliebte Welser Wohngegend mit viel Grün und großen Spiel- und Sportflächen für alle. Und das soll es auch wieder werden,” sagt Wohnbau-Landesrat Dr. Manfred Haimbuchner. Deshalb wurde gemeinsam mit der Lawog das 50.000 Euro teure Modellprojekt „Wohnqualität und Integration in Wels” ins Leben gerufen, mit dem das Linzer Institut Retzl beauftragt wurde.
„Hinschauen statt Wegschauen” nennt Institutsleiter DDr. Helmut Retzl seine Aufgabe. Im Juni werden Mitarbeiter von ihm alle Haushalte in der Otto Loewi-Straße besuchen und mittels Fragebögen die Bedürfnisse und Probleme der Bewohner erheben. Aufgrund der erhobenen Ausgangslage sollen dann „Spielregeln” erstellt werden, die alle akzeptieren.
Wie brennend das Integrationsproblem in Wels ist, zeigen folgende Zahlen: In Oberösterreich leben 189.000 Ausländer (13,4 % der Gesamtbevölkerung), in Wels beträgt ihr Anteil 28 Prozent.

