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Täglich werden in Oberösterreich 27 Millionen Kilometer zurückgelegt
75 Unfälle auf 1,8 km langem Straßenabschnitt
Oberösterreichs Straßen werden von Jahr zu Jahr sicherer. Die Zahl der Unfälle, Verletzten und Toten sinkt stetig. Doch auf einigen Straßenstücken kracht es ständig. Am häufigsten auf der Braunauer-Straße (B 147) in Mattighofen. Dort gab es auf einer Länge von 1,8 km in drei Jahren 75 (!) Unfälle.

DI Werner Jüngling: „Der häufigste Unfall ist der Alleinunfall bei besten Verhältnissen wegen nicht angepasster Geschwindigkeit.“
27 Millionen Kilometer werden auf dem 26.200 km langen Straßennetz Oberösterreichs an einem einzigen Tag zurückgelegt. Das entspricht 673,3 Erdumrundungen pro Tag. Angesichts dieser Zahlen nehmen sich die 7.792 Verkehrsunfälle im Jahr 2009 als relativ mickrig aus. Sind sie aber nicht, denn dabei waren 10.342 Verletzte und 122 Tote zu beklagen.
Die oberösterreichische Unfallstatistik zeigt allerdings einen erfreulichen Trend. Alle wichtigen Kennzahlen werden kleiner. Gab es 2007 noch 8.496 Unfälle mit 11.372 Verletzten und 147 Todesopfern, so registrierte man 2008 8.326 Unfälle mit 11.003 Verletzten und 139 Toten - und im Vorjahr waren es, siehe oben, noch einmal deutlich weniger.
Heuer bestätigt sich diese Entwicklung: Bis 23. Mai gab es 42 Verkehrstote, im gleichen Zeitraum 2009 waren es 46. „Längerfristig ist es realistisch, unter 100 Tote im Jahr zu kommen,” ist DI Werner Jüngling, Leiter der Abteilung Verkehr im Amt der Landesregierung, zuversichtlich.
Auf dem Weg zu diesem großen Ziel gibt das Land jährlich 20 Prozent des Straßenbaubudgets zur Entschärfung von Unfallhäufungspunkten aus. Heuer sind das an die 20 Millionen Euro. Sie fließen unter anderem in die Verbesserung der Verkehrsleitsysteme, in die Umgestaltung von Knotenpunkten und in Kreisverkehre. „Wir sind ein Land der Kreisverkehre geworden. Früher gab es nur den bei der Blumau in Linz und den vor dem Messegelände in Ried, heute haben wir 232 solche Anlagen,” weiß Straßenbaureferent LH-Stv. Franz Hiesl.
Vorrang haben auch Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung. Werner Jüngling: „Die häufigsten Unfälle sind nämlich Alleinunfälle wegen nicht angepasster Geschwindigkeit bei besten Straßenverhältnissen.” Unachtsamkeit ist die zweithäufigste Unfallursache gefolgt von Vorrangverletzungen und Übermüdung.
„Insgesamt wird heuer die Entschärfung von 40 Unfallhäufungsstellen in Angriff genommen,” berichtet Verkehrsreferent Landesrat Dr. Hermann Kepplinger. Eine solche Gefahrenstelle liegt vor, „wenn sich innerhalb von drei Jahren mindestens drei Unfälle mit Personenschaden oder mindestens fünf gleichartige Unfälle mit Personen- oder Sachschaden ereignen,” erklärt Jüngling.
Die Prioritätenliste ergibt sich aus den Unfalldaten, die man in den Jahren 2006 bis 2008 in allen oberösterreichischen Bezirken gesammelt hat. Daraus geht die Braunauer-Straße (B 147) im Ortsgebiet von Mattighofen und Schalchen als der gefährlichste Straßenabschnitt hervor. Auf einem Stück von nur 1,8 km Länge hat es dort in drei Jahren 75 Mal gekracht. Das ist trauriger Landesrekord! Die Lösung soll eine Umfahrung bringen, die bis 2015 fertig werden soll.
Auch das zweitgefährlichste Straßenstück im Lande befindet sich im Innviertel. Auf der Hausruck-Straße ( B 143) im Stadtgebiet von Ried zählte man auf 1,3 km Länge stolze 36 Crashs.
Im folgenden die gefährlichsten Straßenabschnitte in den anderen Regionen:
Mühlviertel: Im Gewerbegebiet Mauthausen gab es auf der Donau-Bundesstraße (B 3) 17 Unfälle in drei Jahren auf 1 km Länge; in den Kurven der Ebenhoch-Straße zwischen Hofkirchen und Niederranna (3,3 km) ereigneten sich 13 Unfälle.
Salzkammergut und Bezirk Vöcklabruck: Ortsdurchfahrt Schwanenstadt auf der Wiener-Straße (B 1), 370 m Länge: 21 Unfälle; Salzkammergut-Straße bei der Autobahnanschlussstelle Regau: 21 Unfälle.
Bezirke Linz-Land und Wels-Land: In Gunskirchen auf der Kreuzung Grünbachtal-/Fallsbacher-Straße: 13 Unfälle; Kremstal-Straße (B 139) in Leonding bei der Zufahrt zu UNO-Shopping: 12 Unfälle
Bezirke Steyr-Land und Kirchdorf: Jeweils neun Unfälle auf einer Kreuzung der Schlierbacher-Straße in Schlierbach und auf der Voralpen-Straße (B 122) im Anschluss an das Ortsgebiet von Bad Hall.
Bezirke Grieskirchen und Eferding: Innviertler-Straße (B 137) am Schallerbacherberg (1,6 km): 16 Unfälle; Innviertler-Straße/ Stadteinfahrt von Grieskirchen: 7 Unfälle.

