GESUNDHEIT
Gefährliche Doppelgänger: Leichtsinn kann tödlich sein
Fast jedes Jahr im Frühling machen Pflanzen Schlagzeilen. Leider sind es oft schlechte Nachrichten, so wie in der Vorwoche, als ein 91-jähriger Burgenländer nach dem Verzehr einer Eierspeis verstarb. Todesursache: Das vermeintlich mit Bärlauch garnierte Abendmahl enthielt Gift von der Herbstzeitlose.
Tatsächlich gibt es in der Pflanzenwelt gefährliche Doppelgänger. Leichtsinnige Sammler in Wald und Flur begeben sich in Lebensgefahr. „Hallo” bildet hier einige dieser Gefahrenquellen ab und nennt die wichtigsten Merkmale zum Auseinanderhalten. Die Aufzählung ist aber lange nicht vollständig. So sieht beispielsweise der Huflattich vor der Blüte der Weißen Pestwurz zum Verwechseln ähnlich. Auch bei Heidelbeeren heißt es aufpassen. Obwohl sich die Pflanzen der Heidelbeere und giftigen Tollkirsche äußerlich nicht sehr ähneln, kann man doch ihre Früchte verwechseln, denn beide sind dunkelblau.
Für den Ernstfall gibt es eine Notrufnummer der Vergiftungsinformationszentrale in Wien: 01/4064343

RUCOLA (links) ist essbar und eine gesunde Bereicherung für den Salat. Seine gefiederten Blätter sind schwer vom KREUZKRAUT (rechts) zu unterscheiden. Dieses wild wachsende Ackerkraut schmeckt bitter, und alle seine Pflanzenteile enthalten starke Lebergifte. Im Zweifel: Hände weg von Rucola.

PETERSILIE (links) passt hervorragend zu vielen Speisen. Sie kann mit dem hochgiftigen SCHIERLING (rechts) verwechselt werden, der allerdings zumeist an anderen Standorten als die Petersilie wächst. Schierlingsblätter bilden immer optisch ein Dreieck, die Pflanze riecht auch unangenehm.

GELBER ENZIAN (links) ist der Ausgangspunkt für den beliebten Enzianschnaps. Und er sieht dem giftigen GERMER (rechts) vor der Blüte recht ähnlich. Aus den Wurzeln des giftigen Germer wird daher fälschlicherweise immer wieder „Enzian”-Schnaps gebrannt.

