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Schuldnerberater melden für 2009 alarmierenden Rekord
Während Oberösterreichs Geldadel die Wirtschafts- und Finanzmisere längst abgeschüttelt hat, zieht die Krise immer mehr jene, die nicht auf Rosen gebettet sind, ins monetäre Chaos. Die Zahl der Sozialhilfeempfänger ist innerhalb von zwei Jahren um mehr als das doppelte auf 5.300 Oberösterreicher, darunter mehr als 2.300 Kinder, explodiert.
„Die Krise ist im zweiten Halbjahr 2009 auch in der Schuldnerberatung angekommen,” läutet Mag. Ferdinand Herndler, Geschäftsführer der OÖ-Schuldnerhilfe die Alarmglocken. Bei 4.160 Neuzugängen (+ 4,7 %) bringen es Schuldnerhilfe und Schuldnerberatung mit Ende des Vorjahres auf insgesamt 9.362 Klienten. 1.433 Oberösterreicher (+ 6 %) mussten 2009 Privatkonkurs anmelden, Tausenden war das nicht möglich, weil sie die geforderte 10-Prozent-Mindestquote im Schuldenregulierungsverfahren nicht aufbringen konnten.
Im Schnitt beträgt der Schuldenstand der Ratsuchenden etwa 75.000 Euro. „Das bedeutet aber nicht, dass die Schuldner so viel ausgegeben haben. Meist liegen die tatsächlichen Schulden bei etwa 30.000 Euro. Die restlichen 40.000 Euro setzen sich aus Zinsen und Verfahrenskosten zusammen,” rechnet Mag. Thomas Berghuber von der Schuldnerberatung vor.
Die Schuldnerberater und Sozialreferent LH-Stv. Josef Ackerl sprechen sich für eine Erhöhung des Existenzminimums von derzeit 783 auf 1.200 Euro im Monat sowie eine Entlastung der Arbeitgeber als Drittschuldner aus. „Damit der Vorwurf von der sozialen Hängematte wegfällt, müssen wir im allgemeinen Erwerbsleben ein Mindesteinkommen von 1.500 Euro erreichen. So schafft man einen Anreiz zum Arbeiten,” fordert Ackerl.
Der SP-Landeschef hat auch kein Verständnis für steuerschonende Behandlung der reichsten Österreicher. Er will rasch „nach ausländischem Vorbild, etwa Deutschlands, eine höhere Besteuerung für Millionäre.” Das sei gerecht und aus budgetären Gründen auch notwendig, so Josef Ackerl. Eine Erhöhung von Massenabgaben, etwa der Mehrwertsteuer, kommt für ihn nicht in Frage: „Das wäre völlig falsch und würde nur den Konsum noch mehr einschränken.”

