05. Februar 2012

AKTUELLES

11.000 Oberösterreicher besitzen insgesamt 31 Milliarden (!) Euro

Mitten in der Krise: 1.000 Millionäre mehr

Wahrer Reichtum kennt keine Krise! Im Vorjahr ist in Oberösterreich die Zahl der Millionäre um 1.000 auf 11.000 gestiegen. Diese Landsleute besitzen Finanzmittel in der Höhe von 31 Milliarden Euro. Das zeigt ein im Sommer erscheinender Vermögensbericht, in den „Hallo” exklusiv Einblick hatte.

Jeder sechste österreichische Millionär lebt in Oberösterreich. Im Vorjahr sind es um 1.000 mehr geworden. Freuten sich 2008 noch 10.000 Landsleute über ein Finanzvermögen von mindestens einer Million Euro, so gehörten 2009 dieser Oberliga bereits 11.000 Personen an. Damit gibt es in Oberösterreich wieder etwa gleich viele Millionäre wie 2007 vor dem Ausbruch der Finanzkrise.

Insgesamt verfügen die wohlhabendsten Oberösterreicher über 31 Milliarden Euro. Das entspricht einem Vermögenszuwachs von 13 Prozent im Vorjahr. Während die Zahl der Arbeitslosen und der Kurzarbeiter ständig stieg und steigt, wuchsen also die Bankkonten der Superreichen schon wieder kräftig an.

In Österreich gibt es per Ende des Jahres 2009 insgesamt etwa 69.000 Millionäre, die zusammen über 210 Milliarden Euro verfügen. „Ausschlaggebend für die dramatische Erholung der Millionärsvermögen sind vor allem die wieder erstarkten Kapitalmärkte,” erklärt DI Reinhard J. Berger. Der 40-jährige Niederösterreicher aus Melk studierte unter anderem an der Universität Linz Informatik und ist einer der renommiertesten Insider der Finanzbranche.

Berger arbeitete nach dem Besuch der Harvard Business School in Boston (USA) als Unternehmensberater. Dann machte er sich einen Namen als Investmentberater und Fondsmanager. Als Präsident der Valluga AG mit Sitz in Lichtenstein übernahm der Niederösterreicher in den vergangenen zehn Jahren für 5.000 Kapitalanleger die Verwaltung von 120 Millionen Euro.

Seit 2003 gibt die Valluga AG jährlich für Deutschland, Austria und die Schweiz (D.A.CH) einen Vermögensreport heraus, dem komplizierte Berechnungen und ein umfassendes nationales und internationales Datenmaterial zugrunde liegen.

Der D.A.CH-Report für 2009 wird erst im Sommer publiziert, „Hallo” liegen allerdings bereits die genannten Zahlen für Oberösterreich vor. Im Schnitt sitzt jeder der 11.000 heimischen Millionäre auf etwa 2,8 Millionen Euro reines Finanzvermögen exklusive Primärwohnsitz. Diese „Dagobert Ducks” können auf weitere Geldvermehrung hoffen. „Auch für das Jahr 2010 ist der Grundtenor der Einschätzungen durchwegs positiv,” sagt D.A.CH-Studienleiter Reinhard J. Berger. „Die von uns im Vorjahr befragten Millionäre und Vermögensverwalter waren durchwegs der Meinung, dass die Wirtschaft und die Finanzmärkte ein Comeback erleben werden wie schon nach der Finanzkrise von 2001/ 2002.”

Das Vorjahr brachte den Superreichen schon einen Vorgeschmack darauf. Trotz Bankenkrise und negativer Wachstumszahlen - das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte 2009 um 3,5 Prozent - konnten beispielsweise die Börsen viel verlorenes Terrain aufholen. Auch Rohstoffinvestments brachten satte Gewinne.

Selbstanzeigen bei Finanz

Dass Deutschland eine CD mit gestohlenen Daten von Steuersündern in der Schweiz gekauft hat, bringt auch für Oberösterreichs Finanz einen positiven „Schatteneffekt”. Bei den Schwarzgeldanlegern und Steuerhinterziehern im großen Stil geht die Angst um. „Es laufen bereits einige Selbstanzeigen,” heißt es in der Finanzlandesdirektion, wo man sich ansonsten verschlossen wie eine Auster gibt, aber einräumt, dass zuletzt auch „die Zahl der anonymen Anzeigen zugenommen hat.”

Prinzipiell bedeutet das Waschen von Schwarzgeld auf dem Weg der rechtzeitigen Selbstanzeige (Es darf auf Behördenseite noch keinen Verdacht geben!) kein Risiko. Es kann sogar zu einem lukrativen Geschäft werden. Im schlimmsten Fall zahlt man innerhalb von zwei Jahren die Steuern der vergangenen sieben Jahre plus minimaler Zinsen nach. „Länger zurückliegende Steuerhinterziehungen gelten als verjährt,” erklärt Mag. Alexander Stellnberger, erfahrener Steuer- und Wirtschaftsberater in Steyr: „Wichtig ist aber, dass man alle Daten offenlegt und nichts vergisst. Sonst ist die Selbstanzeige hinfällig.” Dann drohen neben der Wiedergutmachung Strafen bis zu 300 % der hinterzogenen Summe.