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Christina jagt ihren ersten Weltcup-Punkt
Stress, lass nach! Gestern in Kanada, heute in Val d’Isere und morgen im Bayrischen Wald. Dazwischen schnell eine Prüfung in der landwirtschaftliche Berufsschule in Kirchschlag. So sieht derzeit der Alltag von Christina Staudinger aus Großraming aus. Auf der Jagd nach ihrem ersten Weltcup-Punkt und nach FIS-Punkten bleibt kaum Zeit zum Verschnaufen. „Wenn sie einmal kurz daheim ist, dann setzt sie sich zwei Stunden auf den Ergometer oder geht zwei Stunden laufen,” erzählt Papa Josef Staudinger (59). „Doch sie ist mit riesiger Freude bei der Sache.”
Und mit viel Mut. „Je gerader und steiler es hinunter geht, desto lieber ist es mir. Die Kurven sind nicht so meine Sache, obwohl ich auch sehr gerne Slalom fahre,” sagt Christina im Gespräch mit „Hallo” vor dem Abfahrtslauf in Val d’Isere, der dann wegen Windes abgesagt werden musste. Sie spezialisert sich im Weltcup derzeit auf die Speed-Disziplinen Abfahrt und Super-G, fährt im Europacup und bei FIS-Rennen aber auch erfolgreich Riesentorlauf.
Ihre bisher beste Weltcup-Platzierung erreichte Christina Staudinger, die im Februar 2009 in Tarvis ihr Weltcupdebüt gab, Anfang Dezember im kanadischen Lake Louise, „obwohl es mir dort ein wenig zu flach war. Beim Gleiten verliere ich leider Zeit.” Mit Platz 41 war sie von den zehn gestarteten Österreicherinnen die Fünftbeste. „Kein schlechtes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass für sie alle Weltcupstrecken neu sind, und sie sich erst an die Grenzen herantasten muss,” lobt Vater Josef.
Neben dem Nahziel Weltcup-Punkte hat Christina auch ein ehrgeiziges Fernziel im Auge: „Ein Start bei der Weltmeisterschaft 2013 in Schladming.”
Da wäre die Ennstalerin 26 Jahre alt, also im besten Rennfahrerinnenalter. Christina schnallte zwar bereits mit drei Jahren ihre ersten Skier an, ihre Karriere verlief allerdings eher ungewöhnlich. Obwohl Friedrich Rohrweck vom TVN Großraming schon früh erkannte, „dass sie das Zeug zur Rennläuferin hat,” gehörte sie bis zum 14. Lebensjahr nie einem offiziellen Skikader an. Trotzdem bestand sie die Aufnahmsprüfung in die Skihandelsschule Waidhofen/Ybbs, wo sie maturierte und auch jetzt noch gern gesehener Trainingsgast ist. „Das ist ein Rohdiamant, an dem man allerdings noch viel arbeiten muss,” erkannte Mag. Andreas Koch, der sportliche Leiter der Skihandelsschule. Mittlerweile funkelt der Roh-
diamant, der erst mit 15 Jahren ernsthaft in den Rennsport einstieg, im Weltcup. Anfangs war der Vater der Servicemann, jetzt gehört sie zum ÖSV-B-Kader. Die Eltern und ihre drei Geschwister zittern bei jedem Rennen daheim vor dem TV-Schirm mit. „Gerne schaue ich nicht zu, weil ich Angst um sie habe, aber ich kann sie sowieso nicht aufhalten,” so Mama Emilie.

