09. September 2010

REPORTAGE

56-jähriger Schlosser sammelte mehr als 30.000 Souvenirs vom „King of Rock ´n´ Roll”

Elvis lebt - in Ansfelden!


„Hallo” liefert den Beweis: Elvis lebt! Und zwar in Ansfelden. Dort hat Rudolf „Elvis” Lorenz ein einzigartiges Privatmuseum über den „King of Rock´n´Roll” eingerichtet. In 30 Jahren trug der 56-jährige Schlosser und leidenschaftliche Sammler mehr als 30.000 Souvenirs aus aller Welt von Elvis Presley zusammen.


Rudolf Lorenz hat für seine Sammlung mehr als 30.000 Elvis-Erinnerungen zusammengetragen. Dazu gehören 2.000 Schallplatten, 1.000 CD’s, 400 DVD’s, 400 Videos und Super-8-Filme mit Aufnahmen von Elvis. Im Bild stehen Ilse und Rudolf Lorenz vor einer exklusiven Serie handbemalter Elvis-Teller aus Boston (USA). Wöchentlich wendet Rudi „Elvis” Lorenz 25 bis 30 Stunden für sein Hobby auf. „Ich kann zu jedem Sammlungsstück eine kleine Geschichte erzählen,” sagt Lorenz, dem man stundenlang zuhören könnte. Freunde, Verwandte und Arbeitskollegen in der Nettingsdorfer Papierfabrik sind für den bescheidenen Vater zweier Söhne wertvolle Helfer: Sie halten die Augen nach Elvis-Dingen offen.

Am 8. Jänner würde Elvis Presley 75 Jahre alt. Doch der „King” trat schon mit 42 Jahren für immer von der Bühne ab. Er wurde tot im Badezimmer auf Graceland, seinem riesigen Anwesen in Memphis, Tennessee, aufgefunden. Das Graceland von Ansfelden befindet sich am Ende einer Sackgasse in Freindorf. Ein schmuckes Einfamilienhaus, bei dem nichts darauf hindeutet, welcher Schatz sich in seinem Keller verbirgt: Oberösterreichs wohl außergewöhnlichstes Privatmuseum.

„So, das ist jetzt das Herzstück. Hier befinden sich nur Gegenstände, die einen Bezug zu Elvis Presley haben,” schmunzelt Rudolf Lorenz, beim Betreten des 54 m2 großen Raumes. Hier sind mehr als 30.000 Elvis-Andenken penibel angeordnet. Von banalen Elvis-Zündhölzern oder Servietten bis zu wertvollen Unikaten, wie einer goldenen Elvis-Statue aus der Zsolnay-Keramikmanufaktur in Ungarn. So weit das Auge reicht: Elvis, Elvis, Elvis…

Das gilt auch für Lorenz’ angrenzendes Büro. Hier stehen hunderte Ordner und Alben mit Dokumenten über den „King”. In seiner „Elvis Presley History” beispielsweise hat Rudolf Lorenz anhand von Medienberichten jedes Jahr und jeden Tag des Rock ´n´ Roll-Königs verewigt. Im Regal daneben stehen alle Ausgaben der Jugendzeitschrift „Bravo”, in denen jemals auch nur ein Wort über Presley erschienen ist.

Rudolf Lorenz war als Teenager ein großer Rock & Pop-Fan ohne spezielle Vorlieben. Bis zur Nacht des 16. August 1977. „Da lag ich zur Reha in der Lungenheilanstalt in Alland, als alle paar Minuten im Radio die Meldung vom Tod Elvis Presleys gebracht wurde. Von da an habe ich mich auf’s Sammeln von Elvis-Erinnerungen spezialisiert,” erzählt der 56-jährige. In Ehefrau Ilse fand Rudi eine verständnisvolle Unterstützerin seiner Leidenschaft. „Wir sind beide alte Stöberer, und ich bin sogar eifersüchtig, wenn auf einem Flohmarkt meine Frau ein Elvis-Souvenir vor mir entdeckt,” lacht Lorenz.

1998 flog das Ehepaar in die USA, um eine Woche lang den Spuren ihres Musik-Idols zu folgen. „Auf der Checkliste ganz oben hatte ich als Mitbringsel einen Kiesel von Elvis’ Grab auf Graceland. Doch da gab’s keinen einzigen Stein, nur Erde,” schildert Lorenz, der längst den Spitznamen Elvis trägt, seine größte Enttäuschung von Memphis. Rudi hielt sich mit einem Grasbüschel von der letzten Ruhestätte sowie einem Stück des lebenden Zauns und einem Zweig aus dem Garten von Presleys Geburtshaus in Tupelo, Mississippi, schadlos. Alle drei Stücke hängen schön eingerahmt ebenfalls im Ansfeldener Graceland.