07. Februar 2012

REPORTAGE

Dieser Jahreswechsel steht unter einem besonderen Stern

Zu Silvester leuchtet „Blauer Mond”


Der Jahreswechsel steht heuer unter einem ganz besonderen Stern: In der Silvesternacht gibt es bereits zum zweiten Mal in diesem Monat Vollmond. Dieses seltene Phänomen nennt man „Blue Moon” (Blauer Mond). In Anlehnung daran, dass Briten und Amerikaner „Once in a blue moon…” sagen, wenn ein Ereignis nur alle Jubeljahre eintritt. Im Grunde ist der „Blue Moon” ein ganz normaler Vollmond, doch weil er nur alle zwei bis drei Jahre einmal auftritt, ist er doch etwas Besonderes. Der mystische Glaube schreibt ihm deshalb auch besondere Kräfte zu. Heilkräuter, die zu „Blue Moon” gesammelt werden, entfalten eine besondere Wirkung, genauso wie Salben oder Heilgetränke, die an diesem Tag hergestellt werden. „Blue Moon”-Tage sollen das Geschick von Freund und Feind beeinflussen, so der Glaube. Deshalb waren früher Segenswünsche oder besondere Flüche den Nächten des „Blauen Mondes” vorbehalten. Firlefanz hin oder her: Unter diesem Aspekt erhalten Neujahrswünsche heuer doch eine spezielle Bedeutung. Die meisten von uns werden nur einmal im Leben die Möglichkeit haben, unter dem „Blauen Mond” ein gutes Neues Jahr zu wünschen.

Wann können wir den „Blue Moon” bei uns sehen? Laut astronomischen Berechnungen genau am Donnerstag, 31. Dezember, ab 19 Uhr. Den ersten Vollmond dieses Monats gab es am 2. Dezember um 9 Uhr. Zwei Vollmonde in einem Monat gibt es deshalb, weil unser Kalender nicht mit den Mondphasen synchron geht. Alle Kalendermonate mit Ausnahme des Februar sind mit durchschnittlich 30,5 Tagen länger als ein Mondumlauf mit durchschnittlich 29,5 Tagen. So kommt es eben alle zwei bis drei Jahre vor, dass ein Monat zwei Vollmonde aufweist. Zuletzt war das im Juli 2004 und im Juni 2007 der Fall, das nächste mal wird es im August 2012 wieder soweit sein. Drei- bis viermal pro Jahrhundert passiert es auch, dass es zwei „Blue Moons” im Jahr gibt. Das letzte Mal war das 1999. Für Physiker und Astronomen hat der „Blaue Mond” keine außergewöhnliche Bedeutung. Prinzipiell klagen viele Menschen bei Vollmond über Schlafstörungen, was vermutlich auf dessen intensiveres Licht zurückzuführen ist. Studien haben ergeben, dass es um den Vollmond zu mehr Gewalttaten kommt und sich mehr Menschen betrinken. Prosit, Silvester-„Blue Moon”!

Mond und Astrologie

Dem Astrologen verrät die Position des Mondes im Geburtshoroskop, wie mitfühlend, begeisterungsfähig und beeinflussbar wir sind. Er liest aus den Geburtsdaten verborgene Sehnsüchte und Wünsche. Wer an die Macht der Sterne glaubt, wird auch an die Einflusskraft des Mondes glauben. Als von ihm stark beeinflusst gelten die Krebse, da ja der Mond ihr Sternzeichen-Herrscher ist. Die Stimmung der Krebs-Geborenen wechselt angeblich genauso oft wie der Mond seine Position am Firmament.

Mond und Astronomie

Der Mond ist im All unser nächster Nachbar. Die mittlere Entfernung Erde-Mond beträgt 384.401 Kilometer. Der Erdtrabant umkreist auf einer elliptischen Bahn unseren Planeten. Seine Licht empfängt der Mond genauso wie die Erde von der Sonne. Die Mondlandungen brachten zwar viele neue Erkenntnisse, doch die Entstehung des Mondes ist noch immer sein Geheimnis. Darüber gibt es keine umfassend-endgültige Klarheit. Erst kürzlich hat man sogar Wasser auf dem Mond entdeckt.

Mond und Medizin

Viele Hebammen und Mediziner berichten, dass Schwangere bei Vollmond besonders anfällig für vorzeitige Wehen seien. Dem Mond werden auch Einflüsse auf Ödembildungen, blutende Wunden oder den monatliche Zyklus der Frau nachgesagt. Hippokrates sah eine enge Beziehung zwischen menschlichem Körper und astrologischem Tierkreis. Demnach habe jedes Organ eine spezielle Beziehung zu einem Sternbild (Kopf-Widder, Herz-Löwe, Nieren-Waage…). Geht der Mond durch das jeweilige Sternzeichen, sollte man keinen Eingriff in diesem Bereich vornehmen.

Mond und Natur

Kein anderer Himmelskörper wirkt auf unsere Natur so offensichtlich wie der Mond. Er beeinflusst Menschen, Tiere und Pflanzen. Die Energien zwischen Mond und Erde sind wissenschaftlich nachgewiesen. Demnach bewegt er auch die Ozeane, denn Ebbe und Flut hängen unter anderem von seiner Anziehungskraft ab. Alte Bauernregeln besagen, dass der Mond auch unser Wetter mitbestimmt. So lautet eine Vollmond-Regel: Ist die Christnacht hell und klar, folgt ein höchst gesegnet Jahr.