08. September 2010

AKTUELLES

Nur 13 (!) Minuten fehlten, um die Welt vor Hitler zu retten


Um 21.20 Uhr explodierte am 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller hinter einem Rednerpult mit gewaltigem Knall eine Bombe und riss ein Loch in die Decke. Acht Menschen starben, 16 wurden schwer verletzt. Doch das Ziel des Anschlags war nicht unter den Opfern. Adolf Hitler hatte um 20.07 Uhr das Podium verlassen, um wegen des schlechten Wetters mit einem Sonderzug und nicht per Flugzeug nach Berlin zu fahren. Ausgerechnet an diesem Abend hatte sich der berüchtigte Dauerredner kürzer gefasst als gewohnt. Das rettete ihm das Leben und stürzte die Welt ins Nazi-Grauen. 13 (!) Minuten, und der Diktator wäre tot gewesen. 13 Minuten mit epochalen Folgen.

Der Bombenleger wurde beim Versuch, in die Schweiz zu fliehen, verhaftet. Es war Georg Elser, 36-jähriger Tischler aus Württemberg. Ein einfacher Mann mit großer Weitsicht. Elsner verweigerte nach 1933 den Hitlergruß und war davon überzeugt, dass Hitler auf einen Krieg zusteuert.

Der Sohn eines Landwirtes wusste, dass Hitler vor jedem Jahrestag seines gescheiterten Putschversuches vom 9. November 1923 im Münchner Bürgerbräukeller eine Rede hielt, und beschloss, in die Säule direkt hinter dem Rednerpult eine Bombe einzubauen. Dazu heuerte Elser zunächst als Arbeiter in einem Steinbruch an, um sich Sprengstoff zu besorgen. Im Sommer 1939 übersiedelte der mutige Mann nach München. Ab Ende August ging Elser immer in den Bürgerbräukeller, um dort abendzuessen. Dann versteckte er sich in einer Besenkammer. Nach der Sperrstunde höhlte er die Säule aus und deponierte darin Dynamit und Zeitzünder. 30 Nächte dauerte diese mühevolle Arbeit. Der Anschlag des Einzelgängers war also präzise geplant und ging nur durch eine schicksalhafte Fügung schief.

Die Nationalsozialisten steckten Georg Elser ins KZ Dachau, wo er kurz vor Kriegsende, am 9. April 1945, mit einem Genickschuss hingerichtet wurde. Den Befehl zur Ermordung des Widerstandskämpfers nahm von Adolf Hitler der aus Ried im Innkreis stammende Ernst Kaltenbrunner entgegen. Kaltenbrunner wurde zu Kriegsende im Auseerland verhaftet und bei den Nürnberger Prozessen 1946 zum Tod durch den Strang verurteilt.