07. Februar 2012

AKTUELLES

Die „Eisenbahnerkuh" ist wieder modern: Immer mehr Landwirte nützen die Ziegenhaltung als neue Chance. Ziegenmilch ist sehr gesund und bringt mehr Geld als Kuhmilch.

OÖ: Es wird immer mehr gemeckert


Bettina Pointner (40) aus Bruck-Waasen (Bezirk Grieskirchen), im Bild mit ihren Töchtern Gloria und Viktoria, setzt auch auf Ziegenhaltung.

In Oberösterreich wird so viel gemeckert wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Und der Grund dafür ist sehr erfreulich: Die Ziegenhaltung befindet sich in der heimischen Landwirtschaft im Aufwind. Aktuell gibt es 2.500 Ziegenhalter mit 18.400 Ziegen von 14 verschiedenen Rassen, womit Oberösterreich das ziegenstärkste Bundesland ist. Zum Vergleich: 2005 zählte man ob der Enns nur 11.000 Ziegen. In den vergangenen drei Jahren haben sogar etwa 60 Bauern durch die Ziegenhaltung wieder auf Vollerwerb umgestellt, der sich ab etwa 150 Tieren rentiert.

Warum erfreut sich die „Eisenbahnerkuh” plötzlich zunehmender Beliebtheit? Einerseits, weil die Ertragssituation der Kuhmilchbauern so schlecht ist wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr, und andererseits, weil die Konsumenten immer mehr die Qualität der Ziegenprodukte zu schätzen wissen.

Zur Ertragssituation: „Während der Produzent für einen Liter Bio-Kuhmilch derzeit im Schnitt 31 Cent erhält, werden für einen Liter Bio-Ziegenmilch durchschnittlich 70 Cent bezahlt,” weiß DI Christine Braunreiter , Referentin für Schaf- und Ziegenhaltung in der Abteilung Tierproduktion der OÖ-Landwirtschaftskammer. Im Vorjahr wurden acht Millionen Kilo Ziegenmilch produziert (2007: 6,5 Millionen), heuer werden es neun Millionen sein. Die größten Ziegenmilchabnehmer in Öbersterreich sind die Käserei Schlierbach und die Molkerei Leeb in Schlierbach.

Viele Ziegenbauern vermarkten ihre Produkte auch selbst. Dabei hilft, dass Ziegenmilch sehr gesund ist. Sie ist verträglich für Allergiker, hilft beispielsweise bei Neurodermitis und beim Zellaufbau, was vor allem für Krebspatienten wichtig ist.