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OÖ: Hoamatland für 10.000 Millionäre!
Krise hin oder her: 10.000 Oberösterreicher kennen Geldsorgen nur vom Hörensagen. Sie sind Euro-Millionäre mit einem Finanzvermögen von 27,2 Milliarden. Die Reichen zieht es vor allem ins Salzkammergut. Dort stehen Millionäre aus dem In- und Ausland um Top-Immobilien Schlange, was die Preise weiter in die Höhe treibt.

Spielt das Geld keine Rolle, ist der Attersee die erste Adresse.
Die Finanz- und Wirtschaftskrise betrifft zwar auch die Vermögenden (siehe Statistikbericht unten), doch die Mehrheit der Oberösterreicher wird sich denken: Deren Sorgen möchte ich haben! „Während viele Nettoeinkommen nicht mehr zum Leben reichen,” wie Soziallandesrat Josef Ackerl kritisiert, sitzen 10.000 Oberösterreicher auf einem Finanzvermögen von 27,2 Milliarden Euro. Demgegenüber bezogen im Vorjahr 5.254 Oberösterreicher (1997: 2.594) Sozialhilfe, darunter 2.330 Kinder.
Staatliche Sozialhilfe wird bezahlt, um ein einigermaßen menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Für die Millionäre geht es eher darum, ihr Geld möglichst wertsteigernd anzulegen. Da greift man gerne zu Immobilien in bester Lage. Und in erster Linie schaut man dabei ins Salzkammergut. „Für Topobjekte sind die Preise von Jahr zu Jahr gestiegen,” weiß Alexander Kurz aus Salzburg. Seine Immobilienkanzlei ist auf hochwertige Immobilien spezialisiert . Von einer Krise spürt Kurz nichts. Die Nachfrage nach Seeliegenschaften und Nobelvillen ist größer als das Angebot. „Einer unserer Kunden steht auf der Forbes-Liste der 300 Reichsten der Welt. Er ist bereit, 15 Millionen Euro für einen Wohnsitz in Salzburg auszugeben, doch wir haben noch nichts Passendes gefunden.” Verkauft werde eigentlich nur nach Scheidungen, Erbschaften oder weil das Domizil zu groß geworden ist. Dass Reiche aus Geldnot verkaufen müssen, gibt es eigentlich nicht. „Höchstens, dass jemand vier Wohnungen verkauft und dafür eine Villa erwirbt,” erzählt Gottfried Steinkogler aus Altmünster. Der erfahrene Immobilientreuhänder und ehemalige Gremialobmann weiß: „In Krisenzeiten hat unsere Branche immer viel Arbeit. Es wird in Immobilien investiert, weil es auf der Bank ohnehin keine Zinsen gibt.”
Erste Wahl im Salzkammergut ist weiterhin der Attersee. Alexander Kurz: „Er ist der Top-See in Österreich und zehnmal mehr begehrt als der Traunsee.” Für einen Quadratmeter Baugrund muss man hier bis zu 2.000.- Euro hinblättern. Villen am See sind im Schnitt um 2 bis 3 Millionen feil. Am Traunsee hätte Kurz derzeit eine herrschaftliche Villa (4.394 m2 Grund, 600 m2 Wohnfläche) um 2,9 Millionen im Angebot.
1.600 Landsleute sind durch die Krise aus dem Millionärsklub gefallen
Die Valluga AG mit Sitz in Liechtenstein ist eine internationale Investmentgesellschaft, die in den vergangenen zehn Jahren für 5.000 Kapitalanleger die Verwaltung von 120 Millionen Euro übernommen hat. Unter ihren Kunden befinden sich auch Oberösterreicher. Präsident der Valluga AG ist der Niederösterreicher DI Reinhard Berger, der an der Linzer Kepler Universität Informatik studiert hat und die Universität Krems sowie die Harvard Business School besuchte.
Seit 2003 erstellt die Valluga AG jährlich für Deutschland, Austria und Schweiz (D.A.CH) einen Vermögensreport. Das Vermögen wird dabei als reines Finanzvermögen exklusive Primärwohnsitz definiert. Für die komplizierten Berechnungen werden nationale und internationale Datenquellen herangezogen.
Der jüngste D.A.CH.-Report für Österreich enthüllt, wie viele Millionäre in den einzelnen Bundesländer leben und was sie an Finanzvermögen besitzen. Dabei zeigt sich, dass in Oberösterreich im Vorjahr 1.600 Landsleute aus dem Klub der Millionäre gefallen sind (-13,8 %). Die 10.000 aktuellen heimischen Millionäre verfügen über 27,2 Milliarden Euro, also pro Kopf im Schnitt über 2,7 Millionen. Die Millionäre von Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark besitzen mit 153,7 Milliarden Euro nicht weniger als 83,2 % des Gesamtvermögens in Österreich.
Das Vermögen der Austro-Millionäre ist zwar von 2007 auf 2008 um 15,7 % auf 184,8 Milliarden geschrumpft, doch es geht schon wieder bergauf: plus 8 % im 2. Quartal 2009.
MILLIONÄRE GEHEN BEI IHM AUS UND EIN!

Diskret bedient Alexander Kurz (Bild) die Immobilienwünsche der Reichen und Superreichen. Er ist seit 38 Jahren in der Branche tätig und Mitglied im Yachtclub Attersee, was seine Arbeit nicht gerade behindert. Der Salzburger hat auch Skistar Hermann Maier zu seiner Villa in Steinbach am Attersee verholfen, für die der „Herminator” 2,5 Millionen Euro auf den Tisch legte. „Als Alternative hätte es ein Haus am Wolfgangsee gegeben, doch der Attersee war Herrn Maier lieber,” so der Makler. Sein teuerstes Geschäft im Salzkammergut wickelte Kurz vor drei Jahren in Unterach ab. Ein russischer Milliardär kaufte die Halbinsel Burgau samt Residenz um elf Millionen Euro. In Zeitungsberichten wurde spekuliert, dass Roman Abramowitsch der Käufer wäre. „Das hat mich amüsiert, denn es stimmt ganz sicher nicht,” lacht Kurz und bestätigt, „dass ein russischer Geschäftsmann und Politiker” hinter dem Deal steckt. Ist es gar Moskaus Bürgermeister Juri Luschkow? Alexander Kurz verstummt - und meint nach einer kurzen Pause dann doch: „Nein, das ist nicht richtig!”

