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OÖ-Hilfsprojekt versorgt 500.000 Kongolesen mit sauberem Wasser
Sie leben von „Wassertropfen”

Einer der lebensrettenden „Wassertropfen”-Brunnen in der Republik Kongo. Für diese Kinder ein unbezahlbares Gut. Fehlt ein Brunnen oder wird er defekt, muss Wasser aus verschmutzten Flüssen geholt werden (Bild links).
Oberösterreich ist ein Wasserparadies: saubere Seen und Flüsse, aus den Wasserleitungen fließt Tafelwasser. Alleine die Wasserdienstleistungssparte (WDL) der Energie AG versorgt täglich in Österreich und Tschechien 940.000 Menschen mit dem „Blauen Gold”. Davon können die Menschen im Kongo nur träumen. In dem riesigen zentralafrikanischen Land haben 54 Prozent der 60 Millionen Einwohner keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung leiden an Unterernährung, die Lebenserwartung beträgt nur 43 Jahre.
„Die Verhältnisse sind schier unglaublich,” berichtet WDL-Geschäftsführer Dipl. Ing. Christian Hasenleithner von der Energie AG. „Frauen und Kinder marschieren kilometerweit, um Wasser aus verschmutzten Flüssen zu holen, weil es an Brunnen mangelt oder diese kaputt sind. Das Wasser wird in bis zu 30 Kilo schweren Behältern am Kopf nach Hause geschleppt.” Hasenleithner war Mitglied einer kleinen Abordnung von Caritas und Energie AG, die im Juni einen Lokalaugenschein in der kongolesischen Provinz Kasenga durchführte.
Kasenga ist knapp fünfmal so groß wie Oberösterreich. Hier leben etwa 500.000 Menschen. 1987 begann die Caritas in dieser Region anlässlich einer Choleraepidemie mit dem Bau von Brunnen. 226 Pumpen und Brunnen wurden seither installiert, die jeweils 1.500 bis 5.000 Menschen versorgen. Im Idealfall. Doch derzeit funktioniert etwa die Hälfte aller Brunnen nicht mehr. „Daher ist auch die Cholerarate wieder angestiegen. Die Menschen warten sehnsüchtig und mit großer Dankbarkeit auf die Reparatur der Brunnen,” weiß Christian Hasenleithner.
Die WDL ist im Vorjahr der Caritas zur Seite gesprungen und hat das Projekt „Wassertropfen” ins Leben gerufen. Für jeweils 1.000 m3 verkauftes Wasser wird ein Euro an den Hilfsfonds gespendet. Diese Initiative hat eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Mittlerweile haben sich schon 15 Gemeinden (siehe Kasten rechts) als WDL-Kunden dem Projekt angeschlossen. Sie machen auch einen Euro pro 1.000 m3 Wasser für „Wassertropfen” flüssig. Firmen und Schulen spenden ebenfalls. Insgesamt erwartet man heuer ein „Wassertropfen”-Budget von 30.000 Euro. Damit kann man etwa 30 Brunnen reparieren oder neue schlagen. Und tausende Leben retten!

