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VOEST-Revolution ist 60 Jahre alt
Die Bezeichnung „LD” ist bis heute ein wenig rätselhaft. Sie soll ursprünglich für „Linzer Düsenstahl” gestanden sein, später wurde sie allgemein als „Linz-Donawitz” interpretiert. Tatsache ist, dass das LD-Verfahren die Welt der Metallurgie völlig umgekrempelt hat. Es war für diesen Bereich die bedeutendste Erfindung im 20. Jahrhundert, welche die Stahlproduktion viel kostengünstiger machte.
Der revolutionäre Kern des LD-Verfahrens ist, dass zum Frischen des Roheisens statt Luft reiner Sauerstoff verwendet wird, der über eine Düse auf die Eisenschmelze geblasen wird. Das Schwierige dabei war lange Zeit, dass die Düse nicht mitschmilzt.
Nach jahrelangen Vorarbeiten wurden vor 60 Jahren in einem 2,5-Tonnen-Konverter die ersten LD-Versuche bei der VOEST in Linz gestartet. Unter der technischen Leitung von Theodor Eduard Suess und Kollegen gab es am 25. Juni 1949 die erste Erfolgsmeldung. 1950 wurde das Patent angemeldet. Am 27. November 1952 nahm die VOEST in Linz das erste LD-Stahlwerk der Welt in Betrieb. Ein Jahr später folgte die Österreichisch-Alpine Montangesellschaft in Donawitz diesem Beispiel. 1973 verschmolzen schließlich diese beiden Betriebe zur VOEST-Alpine AG.
Die VOEST-Alpine AG versuchte mit dem Corex-Prinzip noch einmal einen ähnlichen Coup wie beim LD-Verfahren. Doch diese Rechnung ist nicht aufgegangen. Das Corex-Verfahren mit einem Einschmelzvergaser versprach preiswerter und umweltschonender zu sein, weil es weder Sinteranlage noch Kokerei braucht. Die erste Corex-Anlage ging 1989 in Pretoria (Südafrika) in Betrieb. Groß eingeschlagen hat Corex nie, Pläne. es auch in Linz einzusetzen. wurden rasch wieder verworfen.
Die seit 2003 vollständig privatisierte Voest-Alpine AG beschäftigt aktuell 41.000 Mitarbeiter weltweit und meldete zuletzt einen Jahresumsatz von 11,6 Milliarden Euro. Im letzten Geschäftsjahr wurden 6,8 Millionen Tonnen Stahl erzeugt, 4,6 Millionen Tonnen davon in Linz.

