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Die richtige Dosis Natur bringt erstaunliche Besserungen bei vielen Krankheiten
Eine neue Therapieform: Der Garten als Medizin!
Ein schöner Garten ist nicht nur eine Augenweide und Erholungsoase, er hat auch therapeutische Wirkung. Im Garten blüht nicht nur die Natur, sondern auch der Mensch auf. Deshalb erhält der Garten als Medizin immer größere Bedeutung. Die Gartentherapie kostet wenig und bringt sehr viel.

DER STEINGARTEN von Werner Gruber in Ohlsdorf, Kleinreithstraße 36 (07612/66571), steht Besuchern jederzeit offen. Sie finden hier auf 220 m2 kein Obst, keinen Rasen und keine Sträucher, sondern auschließlich Steine und wunderbare Steinpflanzen in allen Farbtönen.
„Wir machen nur die besten Erfahrungen. Unsere Bewohner sind von ihm begeistert, ebenso ihre Angehörigen und unsere Bediensteten,” schwärmt Brigitte Weishuber. Sie ist Pflegedienstleiterin im Bezirksaltenheim Peuerbach, wo man als eine der ersten in Oberösterreich 2004 einen Therapiegarten angelegt hat.
Auf dem 500 m2 großen Areal blühen zwischen schönen Wegen und vielen Bänken Bäume, Blumen und Sträucher, wachsen Beeren, Weintrauben und Kräuter, in einem Hochbeet sprießen Salat, Radieschen und Kohlrabi. Die Heimbewohner genießen die Ruhe und Farbenpracht, erleben den Jahreslauf der Natur mit und helfen beim Jäten, Säen und - mit besonderer Vorliebe - beim Ernten.
Peuerbachs Therapiegarten wurde zu einem Vorzeigprojekt. Jährlich kommen viele Delegationen, um sich Know-how zu holen. Weishuber: „Heuer war auch schon jemand von der Sozialabteilung der Kärntner Landesregierung da, um sich zu informieren.”
Ein Therapiegarten muss barrierefrei begeh- und befahrbar sein und über Handläufe verfügen. Erhöhte Beete erleichtern den Umgang mit den Pflanzen.
Die Gartentherapie wirkt bei Jung und Alt. Sie kommt bei Kindern mit Entwicklungsdefiziten ebenso zur Anwendung wie bei Menschen mit Depressionen, bei Suchtkranken sowie besonders in der Geriatrie.
„Alzheimerpatienten erhalten beispielsweise ein einziges Blumenkisterl, dem sie ihre Aufmerksamkeit widmen,” erzählt Dipl. Ing. Roswitha Wolf von der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik in Wien. Sie leitet die dortigen Jahrgänge für Gartentherapie, die es seit 2006 gibt. Die akademische Ausbildung findet breites Interesse. „Ärzte, Pflegepersonal, Pädagogen und Gärtner melden sich für die viersemestrigen Kurse. Etwa 100 Absolventen gibt es bereits,” so Roswitha Wolf.
Die Erfolge der Gartentherapie sind erstaunlich. So beginnen beispielsweise Demenzkranke nach langer Zeit wieder zu sprechen, wenn sie Blumen in der Hand halten und so Natur wieder „begreifen” können.
Auch im Ambulatorium in St. Isidor in Leonding bewährt sich ein Therapiegarten. Kindern mit Beeinträchtigungen und ihren Familien werden hier neue Erfahrungen und Übungsfelder vermittelt.
Nicht nur spezielle Therapiegärten, sondern jeder gepflegte Garten tut dem Menschen gut. Neben der großen Landesgartenschau in Bad Schallerbach laden in Oberösterreich fast 70 private Schaugärten aller Art zum Besuch ein. Vier Beispiele davon stellen wir auf Seite 4 vor.
Wer in seinem Garten Wert auf Artenvielfalt legt, findet dazu wertvolle Anregungen in der von der OÖ. Akademie für Umwelt und Natur herausgegebenen Broschüre „Alte Gartenpflanzen neu entdeckt”. Sie kann gratis telefonisch unter 0732/7720-13300 bestellt werden.

