05. Februar 2012

AKTUELLES

G’riss um Bio-Ostereier, ein Engpass droht

Hennen kommen mit dem Legen nicht nach


Was in der privaten Küche längst funktioniert, ist nun auch in Serie möglich: bunte Bio-Eier ohne künstliche Farbstoffe oder giftige Lösungsmittel. Die strengen EU-Richtlinien machten ein solches Verfahren notwendig.

Entwickelt wurde die neue Färbetechnik von der Firma Pernsteiner in Nussbach bei Kirchdorf. Der Auftrag kam von der Schlierbacher Geflügel GmbH. „Bei der neuen Methode werden konzentrierte Beeren- oder Gemüsesäfte aus biologischem Anbau verwendet,” erklärt Manfred Söllradl, Geschäftsführer der Geflügelgesellschaft. „Das Problem bisher war, dass die Farbe auf der glatten Schale nicht gehalten hat. Jetzt verwenden wir als Trägersubstanz Zellulose, das funktioniert. So wird das Bio-Ei auch biologisch gefärbt.”

In der Schlierbacher Geflügel GmbH haben sich 160 Eierbauern aus ganz Österreich zusammengeschlossen, darunter 60 Biobauern. Unter der Marke „Die Eiermacher” ist man österreichischer Marktführer bei Bio-Eiern und freut sich über verstärkte Nachfrage. Manfred Söllradl: „Im Vorjahr gab es eine Absatzflaute, heuer kommen die Hennen mit dem Legen fast nicht nach.”

Insgesamt werden österreichweit an die 70 Millionen Ostereier verkauft, knapp eine Million davon stammt aus biologischen Betrieben. Die Oberösterreicher konsumieren rund um Ostern etwa neun Millionen Eier. Der Jahresverbrauch pro Kopf beträgt im Schnitt 236 Eier. Da sind allerdings die in Lebensmitteln „versteckten” Eier miteingerechnet. Die meisten Frischeier kauft die Generation der über 60-jährigen: Sie bringt es im Schnitt auf 158 Eier pro Jahr.

In Oberösterreich gibt es aktuell 352 Eierbauern (Österreich insgesamt: 1.674) mit 852.200 Legehennen (bundesweit: 5,1 Millionen). 71 oberösterreichische Erzeuger haben sich mit 100.000 Hennen auf ökologische Produktion spezialisiert. Bundesweit arbeiten 302 Bio-Eierbauern. Das Zentrum der Eierproduktion bildet die Steiermark mit 702 Betrieben und 1,8 Millionen Legehennen.