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Landeshauptstadt bietet sogar gefiederten Raritäten ideale Lebensräume
Gütezeichen für intakte Natur: Seeadler fühlt sich in Linz wohl
Die intakte Natur in Linz spiegelt sich in einer vielfältigen Vogelwelt wider. Die Tiere finden vor allem in den Auen ideale Lebensräume vor. Auch gefiederte Raritäten fühlen sich in der Landeshauptstadt wohl. Sensationell: Jüngst wurde sogar ein Seeadler gesichtet!

Die Silberreiher sind ebenfalls Stammgast im Raum Linz. Die Beobachtung der Wasservogelwelt gehört in Linz zur ökologischen Grundlagenforschung.
Pichlinger See, Pleschinger See, Großer und Kleiner Weikerlsee, die Traun, die Donau und das so genannte Mitterwasser bieten den Tieren in der Landeshauptstadt weitläufige Refugien. Hier machen auch gerne Wintergäste auf ihrem Zug nach Süden Station. Experten der Naturkundlichen Station untersuchen mit Unterstützung ehrenamtlicher HelferInnen die Linzer Vogelreviere. Ihre Beobachtungen zeigen, dass im Winter jährlich 6.000 bis 10.000 Wasservögel die Seen und Flussauen bevölkern. Der Großteil kommt von der Finnisch-Baltischen Seenplatte und aus Südosteuropa.
Kürzlich wurde bei der Wasservogelzählung im Schutzgebiet „Natura 2000” in den Traun-Donau-Auen sogar ein junger Seeadler gesichtet. Dieser Vogel galt in Österreich jahrzehntelang als ausgestorben. Dank intensiver Schutzmaßnahmen ist er aus Nord- und Osteuropa wieder nach Österreich zurückgekehrt. „Dass sich in Linz auch Seeadler ansiedeln, ist eine Sensation. Es zeigt die hohe Güte unseres Naturraums als ideales Rückzugsgebiet für viele seltene Pflanzen- und Tierarten”, so die Linzer Umwelt- und Naturschutzreferentin Vizebürgermeisterin Christiana Dolezal.
In den Traun-Donau-Auen haben auch seltene Arten wie der Eisvogel und der Schwarze Milan ihr Revier. Zu den „Stammgästen” an den Linzer Gewässern zählen Reiherenten, Krickenten, Zwergtaucher, Silberreiher und Kormorane. Weiters bevölkern Schwäne, Blesshühner, Tafelenten und viele Möwenarten die Linzer Gewässer.
Neben seltenen Tieren wie dem Biber bieten die Linzer Augebiete für etwa 675 verschiedene Pflanzenarten, darunter mehr als 120 vom Aussterben bedrohte, einen hochwertigen Lebensraum. Dazu zählen Top-Raritäten wie die Krebsschere, die Wasserfeder, die Schwanenblume und seltene Orchideen.
Unter dem Motto „Zurück zur Natur” wird in den nächsten Wochen eine ca. 3,5 Hektar große Aufforstungsfläche im Zentrum der Donau-Au nahe dem Mitterwasser in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. Die dort vor zwei Jahrzehnten angepflanzte, nicht standorttypische Monokultur wird entfernt.
„Eine gesunde Stadt braucht Artenvielfalt”

Im Interview geht die Naturschutz- und Umweltreferentin Vizebürgermeisterin Christiana Dolezal auf die Situation der Stadtnatur in Linz ein.
Eine Industriestadt verbindet man nicht gerade mit Natur. Warum ist Linz hier anders?
Parallel zur Verbesserung der Luft war es mir immer wichtig, in der Stadt naturbelassene Rückzugsbereiche zu erhalten. Mit den Traun-Donau-Auen, inzwischen ein besonders geschütztes Natura-2000-Gebiet, besitzt Linz ein ganz besonderes Juwel. Nicht zu vergessen der Urfahraner Grüngürtel vom Pöstlingberg bis Katzbach - unsere Grüne Lunge. Aber auch die über 100 geschaffenen Parks und Grünanlagen in der Innenstadt prägen das Naturleben der Stadt ganz wesentlich.
Wie zeigt sich in einer Großstadt Umweltqualität?
Eindeutig am besten durch die Vielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt. Es würden sich in Linz keine Störche, Biber, Alpinpflanzen oder wilde Orchideen ansiedeln, wenn wir keine idealen Voraussetzungen hätten. Dass nun sogar Seeadler gesichtet wurden, ist wirklich außergewöhnlich. Eine gesunde Stadt braucht diese Artenvielfalt. Deshalb wurde Linz 2006 von Experten auch zur naturfreundlichsten Gemeinde Österreichs gewählt.
Welche Schwerpunkte sehen Sie für die Zukunft?
Obwohl wir im Vergleich mit den anderen Landeshauptstädten hervorragend liegen, bleibt natürlich die Verbesserung der Luft weiterhin eine Herausforderung. Ebenso ist die Bodenversiegelung ein wichtiges Thema. Daher ist Linz auch Mitglied des Internationalen Bodenbündnisses.

