AKTUELLES
Obwohl viele Gefahren lauern: Jedes 10. Heimelektronik-Gerät wird via Netz bestellt
Das Internet als Preisdrücker

Zur Freude der Konsumenten und zum Leidwesen des herkömmlichen Fachhandels, wirkt das Internet vielfach als Preisdrücker. Das gilt speziell für die Elektrobranche. Weil Geiz geil ist und man nicht gerne als geldverschleudernder Blödmann dasteht, kaufen immer mehr Menschen ihre Elektrogeräte via Netz. Etwa 10 % des Heimelektronikumsatzes laufen bereits über das Internet, schätzen Kenner.
Angeführt wird die Internet-Einkaufshitliste von Camcordern, doch auch etwa zehn Prozent aller Fernsehgeräte gehen bereits über den Internet-Ladentisch. Kein Wunder, gibt es doch im Extremfall bis zu einige hundert Euro Preisunterschied im Vergleich zum Fachhandel.
Das www-Shopping birgt allerding auch viele Gefahren. Man bekommt keine Beratung, im Reparaturfall gibt es unter Umständen keine greifbaren Servicestellen oder sie befinden sich im Ausland (nicht selten in Portugal oder Irland), häufig sind Internethändler telefonisch überhaupt nicht erreichbar oder es wird nur englischer Schriftverkehr akzeptiert. Im schlimmsten Fall bezahlt man und erhält überhaupt keine Ware geliefert. Derartige Betrügerfirmen verschwinden nach kurzer Zeit wieder aus dem Netz, um unter neuem Namen wieder aufzutauchen und das gleiche Spiel von vorne zu beginnen.
Probleme kann es auch beim Zubehör geben, speziell wenn es sich nicht um österreichische Ware handelt. Es gibt allerdings auch sehr seriöse Händler im Netz, die halten, was sie versprechen. In der Regel sind das allerdings meist nicht die billigsten, sondern liegen im mittleren bis höheren Preissegment.
Ein Vergleich lohnt sich allemal. Viele Konsumenten fahren eine Parallelschiene. Sie informieren sich im Fachhandel und suchen dann nach dem gleichen Produkt im Internet, oder sie kommen mit Internetpreisen in den Fachhandel, um damit dort zusätzliche Rabatte einzufordern.
„Man sollte prinzipiell keinen Vertrag unterzeichnen, wenn es von der Firma keine vollständige Adresse gibt. Noch besser wäre eine Firmenbucheintragung. Eine Homepage oder eine E-Mail-Adresse alleine ist zuwenig,” rät Dr. Georg Rathwallner als Leiter der Abteilung Konsumenteninforamtion in der OÖ-Arbeiterkammer. Seine Abteilung behandelt täglich im Schnitt insgesamt 400 Beschwerden, zehn Prozent davon betreffen Gratis-Internetangebote.

