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In Intensivstation des Spitals überleben 93 (!) von 100 Todeskandidaten
Linzer UKH als Lebensretter
Dass man im Linzer UKH bei den Behandlungsmethoden am Puls der Zeit ist, bestätigt die eine beeindruckende Statistik. 2008 waren 348 UKH-Patienten so schwer verletzt, dass sie in der Intensivstation therapiert werden mussten. 93 Prozent dieser Todeskandidaten konnten gerettet werden. Nicht nur das: Die Mehrheit von ihnen kehrte in ein weitgehend normales Leben zurück und wurde in ihr gewohntes Umfeld integriert.
„Durch die Inbetriebnahme des neuen Unfallkrankenhauses 2005 hat sich das Arbeitsumfeld wesentlich verbessert. Wir haben eine tolle Infrastruktur. Ganz kurze Wege ermöglichen eine rasche Behandlung,” freut sich Dozent Dr. Albert Kröpfl als ärztlicher Leiter. „Modernste technische Einrichtungen vor allem im Bereich der Akutdiagnostik und im Schockraum, wo die Erstversorgung stattfindet, ermöglichen eine deutliche Verbesserung der Therapie lebensgefährlich Verletzter.”
Am aufwändigsten zu behandeln sind Polytrauma-Patienten, bei denen mehrere Organe versagen. Im Vorjahr wurden 108 Menschen mit dieser Diagnose ins UKH eingeliefert. Ein Paradebeispiel für solche Fälle ist Rudolf Feischl aus Linz. Der 68-jährige war in seinem Wohnhaus neun Meter abgestürzt. Die Folge: Herz, Lunge, Leber und Nieren versagten. Feischl wurde 116 Tage in der Intensivstation künstlich beatmet und sechs Mal operiert. Er erhielt in vier Monaten 138 Blutkonserven und 256 Plasmaderivate. „Wir haben Gott und die Welt gefragt, was wir bei ihm noch besser machen können,” erzählt Primar Dr. Nadjdat Ghazwinian, Leiter der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin. Die Bemühungen waren erfolgreich. Rudolf Feischl hat überlebt, muss aber noch zur Dialyse.
Insgesamt wurden 2008 im UKH 51.165 Personen behandelt. „Die Patientenzahl ist damit erstmals über 50.000 gestiegen, wobei die Freizeitunfälle bereits 90 Prozent der Unfallpatienten ausmachen,” sagt Dr. Erhard Prugger als Vorsitzender der Landesstelle der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA). Die AUVA betreibt das UKH und bemüht sich bei höchster Behandlungsqualität um wirtschaftliche Sparsamkeit. Prugger: „Im Vorjahr konnten wir 1,5 Millionen Euro einsparen, ohne dass es die Patienten negativ bemerkt hätten.”
Welch’ ausgezeichneten Namen das UKH international genießt, wurde kürzlich bestätigt, als das Spital zum Kongress über „Traumaversorgung im neuen Jahrtausend” eingeladen hatte - und 500 Intensivmediziner aus ganz Europa nach Linz gekommen sind. Behandlungskonzepte in der Unfallchirurgie und Anästhesie ändern sich teilweise sehr rasch. „Daher müssen wir unsere medizinischen Ansätze immer wieder im internationalen Erfahrungsaustausch überprüfen,” so Dr. Ghazwinian, der die Tagung organisierte.

