08. September 2010

AKTUELLES

20 Millionen Euro für Kracher und Glücksbringer

Der Silvesterrubel rollt! In diesen Tagen sitzt das Geld bei den Oberösterreichern locker. Etwa 200 Verkaufsstandln mit Silvesterartikeln wachsen aus dem Boden. Dazu kommt das riesige Angebot derartiger Waren in den herkömmlichen Geschäften. „Im Schnitt geben die Kunden 20 bis 30 Euro für Glücksbringer und Kracher aus,” weiß Sonja Gaiblinger, die Gremialobfrau des Markthandels in der Wirtschaftskammer Oberösterreicher.

Neben den klassischen Dauerbrennern aus Holz, Plüsch, Stein, Porzellan, Marzipan oder Schokolade gibt es auch bei Glücksbringern Modetrends. Gaiblinger: „Neu im Sortiment sind Glücksschweine in Pastell- oder kräftigen Signalfarben. Trendig sind auch Glückskäfer aus Glas und Handyanhänger in Form von Glücksbringern.”

Warum gelten bestimmte Symbole als Glücksbringer?


Der Glückspilz (Fliegenpilz),
wird seit jeher mit Zauberei
in Verbindung gebracht.


Der Marienkäfer gilt wegen seiner Nützlichkeit als Talisman. Das Tier wird als Himmelsbote der Mutter Gottes verehrt, daher auch der Name. Er beschützt Kinder und heilt Kranke, wenn er ihnen zufliegt. Niemals abschütteln oder gar töten - das bringt Unglück.

 


Als die Griechen das Beschlagen der Pferde begannen, wurde das Hufeisen zum Talisman. Auf Schiffsmasten genagelt, sollte es früher eine sichere Seefahrt garantieren. Der Brauch verlangt es, Hufeisen immer mit der offenen Seite nach oben aufzuhängen, da sonst das Glück herausfällt. In der Antike glaubte man das Gegenteil: Mit der offenen Seite nach unten symbolisierte das Hufeisen das griechische Zeichen Omega und damit den Übergang vom Diesseits in das Jenseits.

 


Großer Beliebtheit erfreuen sich mittlerweile die acht tibetischen Glückssymbole auch in anderen Ländern. Das sind die Muschel (bringt Segen), zwei Fische (symbolisieren Glückseligkeit), Schirm (schützt vor Hitze der Leidenschaft), der Knoten der Unendlichkeit, auch Lebens- oder Liebesknoten genannt (steht für die Wiedergeburt), das achtspeichige Rad (zeigt den Pfad ins Nirwana), die Lotusblume (steht für göttliche Herkunft), das Wassergefäß (hütet den Schatz der Wünsche) und die Fahne (Rundbanner), die das Zentrum des Buddhismus am heiligen Berg markiert.

 


Das vierblättrige Kleeblatt ist ein Klassiker, den man in der Natur nur mit viel Glück findet. Einer Legende nach nahm die biblische Eva ein derartiges Blatt bei der Vertreibung aus dem Paradies als Andenken mit. Mit einem vierblättrigen Klee, der auch das Kreuz symbolisiert, besitzt man demnach ein Stück vom Paradies. Andere sind überzeugt, dass das geheimnisumwitterte grüne Blatt geheime Wünsche beflügelt.

Abergläubische Riten


Das Bleigießen gehört in vielen Haushalten zum Silvestervergnügen: Bei dem Orakel-Brauchtum wird kurz nach Mitternacht über einer Kerzenflamme Blei gegossen. Bleistücke werden in einem Löffel erhitzt, bis sie schmelzen, und dann in eine Schüssel mit kaltem Wasser gegossen. Die dabei entstehenden Figuren lassen der Phantasie viel Spielraum. Viele Gusswaren stammen aus dem Traditionsbetrieb Perzy aus Wien-Hernals, wo die märchenhafte „Schneekugel” erfunden wurde.

So wie das Bleigießen haben in vielen Ländern auch lukullische Neujahrsbräuche abergläubischen Hintergrund. So meinen viele Mitteleuropäer, dass das Glück hinwegfliegt, wenn man am Neujahrstag ein Geflügel verzehrt. In Spanien wird zu jedem mitternächtlichen Glockenschlag eine Weintraube gegessen. Zwölf Schläge, zwölf Trauben - das bringt Glück. Die Israelis verspeisen Äpfel in Honig, damit das neue Jahr süß wird. In Schottland stößt man mit Hot Pint, einem Punsch aus Starkbier, Whisky und Eiern an. Prosit!