05. Februar 2012

AKTUELLES

Chinesen-Granit auf den Friedhöfen im Vormarsch


Chinesischer Granit

Gestorben wird immer - deshalb gilt das Geschäft der Grabsteinmetze als krisensicher. Doch auch diese Branche hat stark mit Billigkonkurrenz aus Asien zu kämpfen. Fast jeder dritte Grabstein kommt schon aus dem fernen Osten, meistens aus China.

Der Granit aus dem Reich der Mitte ist zwar deutlich billiger als der heimische Granit, er hat aber großteils auch Nachteile. Die chinesischen Steine sind meist nicht so hart und daher weniger winterfest. Sie frieren auf und halten demnach nicht so lange. „Außerdem gibt es bei den Direktimporteuren das Risiko, dass sie beim Aufstellen der Grabsteine nicht die Vorschriften einhalten,” weiß Dr. Markus Hofer, Spartengeschäftsführer in der OÖ-Wirtschaftskammer. „Oft werden beispielsweise die Steine nicht wie vorgeschrieben ineinander verzahnt. Nach ein bis zwei Jahren gibt es dann Probleme, weil sie zu wackeln beginnen.”

Dass die chinesischen Steine weit günstiger sind, liegt auch an den billigen Transportkosten. Ein Schifftransfer kostet fast nichts, weil die Container-Riesen für ihre Stabilität ohnehin Ballast brauchen. Da sind die Grabsteine willkommen. Hofer: „Teilweise werden die Steine auf der achtwöchigen Überfahrt erst im Bauch der Schiffe von chinesischen Arbeitern endgefertigt.”

In Oberösterreich arbeiten 140 Steinmetzbetriebe, 70 Prozent davon sind reine Grabsteinmetze. Die Grabsteinpreise beginnen je nach Ausführung bei etwa 1.000 Euro, nach oben gibt es kaum ein Limit.