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Obwohl Experten im Kauf des Edelmetalls auch große Risiken sehen
Gold ist ausverkauft: Wochenlange Lieferfrist
Die Österreicher drängen zum Gold: Die Nachfrage ist so groß, dass die Münze Austria mit dem Prägen nicht mehr nachkommt. Bei Barren und Philharmonikermünzen gibt es wochenlange Lieferfristen. Experten warnen jedoch vor der Flucht ins Gold, denn der Preis für das Edelmetall befindet sich auf Berg- und Talfahrt.

Dr. Teodoro D. Cocca kennt Theorie und Praxis. Er ist seit 2006 Professor für Asset Management an der Uni Linz. Vorher war er einige Jahre für die amerikanische Citibank in Zürich im Investment und Private Banking tätig. „Ich habe es noch nie bereut, die Seiten gewechselt zu haben,” so der 36-jährige Schweizer Bankfachmann. Foto: Wakolbinger/profil
Immer mehr Landsleute tauschen unsichere Wertpapiere gegen vermeintlich sicheres Gold. Das führte zu einem Engpass: Man kann zwar Gold zum tagesaktuellen Kurs kaufen, geliefert wird es erst Wochen später. Das gilt für den südafrikanischen Krügerrand genauso wie für den Philharmoniker und den klassischen Goldbarren. Die Münze Austria wurde von der krisenbedingten Nachfrage überrascht und kommt mit den Prägungen nicht nach.
Der Goldkauf ist in Zeiten wie diesen allerdings kein Patentrezept. Die Experten mahnen zur Vorsicht. „Beim Goldpreis besteht jetzt ein hohes Schwankungsrisiko, das unter anderem mit den instabilen Rohstoff- und Metallpreisen und dem Dollarkurs zusammenhängt,” erklärt Roland Öhler von der Sparkasse OÖ. „Gold sollte jetzt nur kaufen, wer sich wirklich intensiv damit befasst. Das Sicherste ist derzeit einfach das Sparbuch.” Der Preis für eine Unze Gold (31,1 Gramm) schwankte heuer schon zwischen 740.- und 1.030.- Dollar. Derzeit bewegt er sich wieder Richtung Untergrenze.
Nicht nur der Goldpreis sinkt. „Ich fürchte, dass am ganzen Kapitalmarkt noch Spielraum nach unten ist,” zeigt sich auch Univ.-Prof. Dr. Teodoro D. Cocca (36) von der Universität Linz pessimistisch. Der Schweizer Finanzexperte lehrt seit zwei Jahren als Professor für Bankwesen in Linz.
Eine große Gefahr schlummert beispielsweise in Credit Default Swaps (CDS). Dahinter versteckt sich eine handelbare Art von Kreditversicherung gegen Ausfallrisiken. „Dieses Geschäft ist völlig intransparent und unkontrolliert. Hier spielen nur große Akteure mit, wie etwa Banken, Versicherungen oder Hedge Fonds,” erklärt Professor Cocca.
Die CDS-Kurse werden täglich neu festgelegt, gehandelt wird via Telefon. Das weltweite Volumen an CDS-Zertifikaten schätzt man in Bankenkreisen auf 45.000 (!) Milliarden Dollar. Eine Summe, die schwindlig macht. Niemand weiß, was passiert, wenn hier große Zahlungen fällig werden, was angesichts der aktuellen Pleiten nicht verwunderlich wäre. Dr. Cocca: „Es könnte sich dann herausstellen, dass Versicherungsgeber selbst zahlungsunfähig sind.” Die Folgen sind nicht absehbar, auch was die hohen staatlichen Bankhaftungen betrifft.
Das haben wir zu verlieren
405,6 Milliarden Euro haben die Österreicher (zu verlieren). Das Geldvermögen der privaten Haushalte: Bargeld 13,2 Milliarden: Ansprüche gegenüber Versicherungen 62 Milliarden; Ansprüche gegenüber Pensionskassen 14,7 Milliarden; Aktien 16,6 Milliarden: Investzertifikate, Anteilsrechte, verzinste Wertpapiere und Forderungen 106,4 Milliarden
Diese Lasten tragen wir
Einem Geldvermögen von 405,6 Milliarden Euro (siehe links) steht eine private Gesamtverschuldung der Österreicher in der Höhe von 144,9 Milliarden Euro gegenüber. Die meistenDarlehen gehen auf’s Wohnungskonto. So sieht die Verschuldung der Haushalte aus: Wohnbaukredite 89,3 Milliarden; Konsumkredite 24,9 Milliarden; Sonstige Kredite 30,1 Milliarden; Sonstige Finanzierungen 0,3 Milliarden

