07. Februar 2012

VIFZACK

Verehrte Leserin, geschätzter Leser …

Ausnahmsweise sei mir einmal Eigenlob gestattet. In unserer September-Ausgabe schrieb Chefredakteur Manfred Radmayr in seinem Kommentar „Zum Verrücktwerden”, dass „die Finanzwelt aus den Fugen ist”, die US-Immobilienkrise 270 Milliarden Euro verschlungen habe und wahrscheinlich 400 weitere Milliarden abgeschrieben werden müssen. Zwei Wochen später ist genau das eingetreten. Das hat allerdings nichts mit Hellseherei zu tun. Wenn ein Helmut Elsner hinter Gittern sitzt und ein Karl Heinz Grasser statt Finanz zu ministern nur noch mit Glasperlen spielt, war abzusehen, dass die Kapitalwirtschaft abwirtschaftet.

In der gleichen Ausgabe habe ich mir an dieser Stelle eine kleine Kritik an der Krönung der heimischen Zeitungslandschaft erlaubt. Die Kenner wissen sofort, um wenn es sich dabei handelt. Natürlich um die „Tips”, das Wochenblatt mit dem Rechtschreibfehler im Zeitungskopf, wie ganz böse Zungen beklagen. Nach unserer Majestätsbeleidigung bekamen wir Post vom „Tips”-Geschäftsführer und Chefredakteur, die wir Ihnen nicht vorenthalten. „Hallo Oberösterreich” ist schließlich auch ein Synonym für Fairness und Objektivität.
Also, Augen auf, Hirn einschalten, Ohren anlegen. Los geht’s:

Richtigstellung

Doch kein hatscherter Vergleich

In unserer letzten Ausgabe ist leider das Temperament mit mir durchgegangen. Sowohl die Wortwahl als auch der Inhalt waren nicht in Ordnung. In der Regioprint werden Leser von allen Zeitungen landesweit erhoben und durch die Aufstockung des Samples im Zentralraum wird auch auf jene Medien Rücksicht genommen, die nicht in ganz Oberösterreich erscheinen, wie die „Neue”, das „City-Magazin”, das „Weekend-Magazin” und unsere Zeitung. Die Fachleute von Fessel-Gfk und IFES führen die Regioprint höchst professionell durch und so sind die Zahlen richtig und natürlich auch aussagekräftig, da es sich bei der Regioprint um die einzige unabhängige Erhebung der größten Regional- und Gratiszeitungen handelt. Zwischen dem Auftraggeber „Verband der Regionalmedien” und den befragenden Instituten überwacht ein Agenturbeirat die Studie, damit Verlage und Werbewirtschaft garantiert objektive Daten erhalten. Der Vergleich „Ich kann jemand nicht fragen, ob ihm das Schnitzel geschmeckt hat, wenn ich ihm gar keins zu essen gegeben habe”, war daher bedauerlicherweise ebenso unrichtig. Wir entschuldigen uns ebenfalls für die Vorwürfe mit dem Monopol sowie dass Tips hatscht, die aus der Luft gegriffen waren.

Zur Erläuterung: Für die Regioprint wurden 787 Oberösterreicher befragt, welche Zeitung sie lesen. Darunter hunderte Menschen, die „Hallo” gar nicht lesen können, weil sie nicht in unserem Erscheinungsgebiet wohnen. Kein Grund also, die Regioprint, die von „Hallo“ nicht mitfinanziert wird, in den Himmel zu heben. Und wir halten nichts von fadem Zeitungseinheitsbrei. Wir halten uns an delikate Rezepte. Lassen Sie sich dieses „Hallo”-Oktober-Schnitzel munden und bleiben Sie uns gewogen. Servus, Pfüat Gott und - auf Wiederlesen!