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Dreiste Gauner haben die Senioren im Visier
„Wir haben auf diese Entwicklung reagiert und die Aktion ,Sicher im Alter’ ins Leben gerufen,” erklärt Oberösterreichs Sicherheitsdirektor Dr. Alois Lißl. Skrupellose Trickbetrüger, Taschendiebe und Räuber suchen sich bevorzugt Senioren als Opfer ihrer kriminellen Handlungen. Häufig sind es Einzeltäter aus Ost- und Südeuropa, sogar aus Südamerika kommen die Verbrecher zu ihren Streifzügen nach Österreich.
Derzeit besonders beliebt ist der Geldwechseltrick. „In Braunau haben wir gerade eine ganze Serie solcher Taten gehabt,” so Lißl. „Die Täter bitten ihre älteren Opfer, eine Münze zu wechseln und entwenden ihnen dabei das Papiergeld aus der Geldbörse.” Die Bestohlenen merken meist erst viel später die Gaunerei, so dass die Ausforschung der Täter sehr schwierig wird.
In der Tiefgarage am Linzer Südbahnhof wurden erst vor wenigen Tagen einem 79-jährigenPensionisten mit dem Wechselschmäh 1.000 Euro aus der Brieftasche entwendet. Er hatte das Geld zuvor an einem Bankomat abgehoben und war dabei vom Täter beobachtet worden.
Sehr häufig bedienen sich sprachgewandte und psychologisch geschickt vorgehende Täter des „Neffen- oder Nichtentricks”. Sie rufen gezielt alte Leute an, geben sich als Enkel oder sonstiger Verwandter aus, täuschen eine finanzielle Notlage vor und bitten, kurzfristig Geld ausleihen zu können. Damit der Schwindel nicht auffällt, schickt der vermeintliche Verwandte zum Abholen des Geldes einen Komplizen oder eine Mittäterin vor, weil er selbst wegen eines dringenden Termins gerade keine Zeit habe.
Auch Taschendiebe haben es verstärkt auf alte Menschen abgesehen. Ihr Tätigkeitsfeld sind vor allem Einkaufszentren, Bahnhöfe und Straßenbahnen. Sicherheitsdirektor Lißl: „Im Sommer hatten die Taschendiebe wieder Hochbetrieb. Besondere Vorsicht ist wieder im Einkaufsgedränge der Vorweihnachtszeit geboten.”
Insgesamt wurden heuer in den ersten acht Monaten in Oberösterreich 49.835 Straftaten (- 6,4 % gegenüber 2007) angezeigt. Aufklärungsquote: 48,6 % (- 1,2 %).
So schützen Sie sich vor Verbrechern
- Seien Sie misstrauisch bei Anrufern, deren Stimme Sie nicht erkennen. Lassen Sie sich am Telefon bzw. von Fremden nicht Namen oder andere Informationen über Angehörige, Freunde oder Bekannte entlocken. Übergeben sie niemals Geld an fremde Personen!
- Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung.
- Schauen Sie vor dem Öffnen immer durch den Türspion oder aus dem Fenster, benutzen Sie die Sprechanlage und öffnen Sie die Tür nur mit vorgelegter Türsperre.
- Fordern Sie von Amtspersonen immer den Dienstausweis. Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der angegebenen Dienststelle an. Lassen Sie nur Handwerker ein, die Sie bestellt haben oder die von der Hausverwaltung angekündigt werden.
- Ein entschiedenes NEIN, energisches Wegweisen oder ein lauter Hilfeschrei können ebenfalls eine Straftat verhindern. Nie einschüchtern lassen.
- Kaufen Sie niemals angebotene Waren bei der Wohnungstür.
- Tragen Sie Geld, Kreditkarten, sonstige Papiere in verschiedenen verschlossenen Innentaschen ihrer Kleidung.
- Im dichten Gedränge, in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Haltestellen halten Sie Ihre Handtasche eng, fest und vorne an ihren Körper. Handtasche muss verschlossen sein.
- Äußerste Vorsicht, wenn sie eine fremde Person auf der Strasse anspricht, um Geld zu wechseln. Lassen sie nie jemanden in ihre Geldbörse greifen.
- Legen Sie Ihre Geldbörse nie oben in die Einkaufstasche. Handtasche nie unbeaufsichtigt in Einkaufswagen liegen lassen.

