05. September 2010

VIFZACK

Hatscherter Vergleich

Verehrte Leserin, geschätzter Leser!

Äpfel und Birnen kann man nicht vergleichen. Das weiß jedes Kind. Offenbar aber nicht der Geschäftsführer und Chefredakteur eines Wochenblattes. Der „Tips”-Macher ringt sich in der vorwöchigen Ausgabe der Zeitung einen Aufsatz mit Eigenlobhudelei ab, bei der er Zahlen einer Regioprint-Umfrage zu Vergleichen heranzieht, für die ihm vermutlich jeder Volksschullehrer die Ohren lang ziehen würde.

Bezeichnenderweise ist dem Autor auch gleich zu Beginn ein (Freud’scher?) Rechtschreibfehler passiert. Er schreibt von „Errosionen” in der Zeitungslandschaft, denen nur sein Blatt standgehalten habe. Gemeint hat er wahrscheinlich Erosionen, aufgesessen ist er allerdings einem Error, also einem Irrtum, weshalb er mit den „Errosionen” gar nicht so falsch liegt.
In seiner Abhandlung fühlt sich der erfolgstrunkene Schreiber auch bemüßigt, Leserzahlen von „Hallo” zu verbreiten, die durch Regioprint landesweit erhoben worden sind. Allerdings mit dem Schönheitsfehler, dass „Hallo” nicht landesweit erscheint, wie jeder Interessent durch einen Blick auf unsere Homepage (www.hallo-zeitung.at) leicht nachvollziehen kann. So wurden also auch Menschen im Mühlviertel, im Innviertel oder im Salzkammergut gefragt, ob sie „Hallo” lesen. „Nein”, haben sie gesagt. Und das stimmt! Weil dort nämlich unser kostbares Monatsblatt nicht verteilt wird. Das bringt uns manche Leserbeschwerde ein. Etwa von Pendlern, denen am Arbeitsplatz „Hallo” in die Hände fällt, und die vor Begeisterung bei uns anrufen und fragen, warum sie diese Gratislektüre nicht auch daheim zugestellt bekommen. Sie alle bitten wir noch um etwas Geduld. Was nicht ist, kann ja noch werden. Wir stricken daran. Vorerst bleibt es aber bei der verteilten Auflage von 209.000 Stück.
Zurück zu unserem Freund von den „Tips”. Er geht also mit „Hallo”-Leserzahlen hausieren, von denen sogar die Fachleute von Fessel-Gfk, die gemeinsam mit IFES diese Regioprint-Umfrage machen, klipp und klar sagen: „Diese bezüglich ,Hallo’ nur miterhobenen Zahlen sind seriöserweise nicht aussagekräftig.” Anders ausgedrückt: Ich kann jemand nicht fragen, ob ihm das Schnitzel geschmeckt hat, wenn ich ihm gar keins zu essen gegeben habe.
Natürlich wissen wir, dass wir als kleiner Verlag mit dem großen Erfolg seit zwölf Jahren den Medienmultis, die bei jeder Gelegenheit den freien Markt predigen, aber selbst am liebsten ein Monopol hätten, ein Dorn im Auge sind. Trotzdem eignet sich nicht alles, was hatscht, für einen Vergleich. Mögen die „Tips” weiter hatschen, wir bleiben beim aufrechten und aufrichtigen Gang. Das sind wir unserer großen Leserfamilie und unseren vielen Inserenten schuldig.
Mit dieser Ausgabe starten wir übrigens ins 13. Jahr unseres Bestehens. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen und viel Glück im neuen Schuljahr.

Servus, Pfüat Gott und - auf Wiederlesen!