05. Februar 2012

KOMMENTAR

Schmerzhafte Niederlage


Manfred Radmayr

Viel Geld blätterte der LASK hin, damit zu seinem 100. Geburtstag Real Madrid einem freundschaftlichen Kick in Linz zustimmte. Das Match wurde zum Jahrhundertspiel hochgejubelt. Das Publikum dankte mit zahlreichem Besuch. Das Engagement der Madrilenen wurde erleichtert, weil die „Königlichen” im Schloss Pichlarn im steirischen Irdning residierten, wo sie zum wiederholten Mal ihr Sommertrainingslager abhielten. Insgesamt kamen in den vergangenen Wochen 51 namhafte Fußballmannschaften aus 18 Ländern zur Saisonvorbereitung nach Österreich. Gleich zwölf der 18 Teams der deutschen Bundesliga entschieden sich für einen Übungsaufenthalt in der Alpenrepublik, Arsenal gastierte gar zum siebenten Mal in Folge in Bad Waltersdorf. Im Sog der Spitzenmannschaften reisen viele Journalisten mit, die seiten- und stundenlang über die prominenten Gäste und die gastgebende Region berichten.

Insgesamt verteilten sich die Top-Fußballer auf 31 Orte in sechs Bundesländern, doch wieder einmal verschlug es kein einziges (!) Team nach Oberösterreich. Genauso ignoriert wurde nur Niederösterreich, die Großstadt Wien zählt in diesem Fall nicht als Alternative. Was haben also beispielsweise Schruns in Vorarlberg, Kössen in Tirol, Leogang in Salzburg, Hermagor in Kärnten, Söchau in der Steiermark oder Stegersbach im Burgenland, was es in Oberösterreich nicht gibt? Die Antwort kann nur lauten: Die pfiffigeren Tourismusmanager! Mit der Infrastruktur in den genannten Gemeinden kann man es im Salzkammergut, Mühl-, Hausruck- und Innviertel oder in der Pyhrn-Priel-Region nämlich sicher aufnehmen.

Die Niederlage im Kampf um fußballernde Gäste und die damit verbundene Gratiswerbung schmerzt insofern, weil in Oberösterreich die Zahl der jährlichen Nächtigungen seit 1996 gerade einmal um 0,9 % gestiegen ist und sich speziell im Sommer die Entwicklung nicht sehr rosig darstellt. In Oberösterreich nimmt der Transit mehr zu als die Zahl der Touristen. Es gibt mehr Durchfahrer als Dableiber. Das sei den Tourismus-Verantwortlichen ins Gästebuch geschrieben.


Autor: von Manfred Radmayr