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Millionen für Heizöl-Kunden
Mehr als 1.000 Euro für 1.000 Liter Heizöl. Jede Befüllung eines Öltanks brennt jetzt ein Riesenloch in das Familienbudget. Die Ölheizungsbranche sieht ihre Felle davonschwimmen und bastelt im Kampf um ihre Kunden an einem hunderte Millionen schweren Förderungspaket. Wer von einer alten auf eine neue, effizientere Ölheizung umsteigt, soll bis zu 2.000 Euro erhalten.
Der Heizungsmarkt befindet sich total im Umbruch. 1999 betrug der Anteil der Ölheizungen im Wohnungsneubau noch 36 Prozent, 2005 fiel diese Quote auf ein Prozent und aktuell beträgt sie null (!) Prozent.
„In neue Privathäuser baut derzeit kein einziger Oberösterreicher noch eine Ölheizung ein. Das liegt einerseits an der Ölpreisentwicklung und andererseits daran, dass es durch das neue Landeswohnbauförderungsgesetz für Ölheizungen keine Wohnbauförderung mehr gibt,” erklärt Dr. Gerhard Dell, Chef des OÖ-Energiesparverbandes.
Das Blatt hat sich zugunsten von Öko-Heizungen gewendet. Seit 1999 stieg im Neubau der Anteil derartiger Anlagen von 32 auf derzeit 76 Prozent. Der Rest entfällt auf Gas- und Fernwärmeheizungen. Auf der Suche nach der idealen, preisgünstigen Heizung rennen die Oberösterreicher dem Energiesparverband die Tür ein. Dell: „Täglich suchen bei uns Dutzende Anrufer kostenlosen und objektiven Rat. Außerdem haben wir im Vorjahr mehr als 10.000 persönliche Beratungen durchgeführt.”
Trotz der stattfindenden Energiewende verfügen noch immer 26 Prozent Wohnungen in Oberösterreich über eine Ölfeuerung. Das sind 151.000 Wohnungen. Bundesweit werden noch 922.000 Haushalte mit Öl beheizt. 50 % aller Ölanlagen sind älter als 15 Jahre.
Diese „Antik-Heizungen” sind meist Ölfresser und CO2-Schleudern. Hier hakt die Ölheizungsbranche ein, der die Kunden massenhaft davonlaufen. „Durch den Umstieg auf eine moderne Ölheizung ergibt sich ein Heizöl-Einsparungspotential von 20 bis 61 Prozent. Im Schnitt sind es 40 Prozent,” rechnet Mag. Martin Reichert, Geschäftsführer des Instituts für Wirtschaftliche Ölheizung (IWO) vor. „Bei den neuen Brennwertanlagen werden die Abgase nicht mehr mit 145 Grad in den Kamin geblasen, sondern mit 45 Grad. Die Hitze wird über einen Wärmetauscher effizient genützt,” so Reichert.
Der Umstieg auf eine moderne Ölheizung kostet mindestens 5.000 bis 7.000 Euro. Durch eine Förderung will die Ölbranche diese Investition ihren Noch-Kunden nahe legen. Reichert: „Der Staat nimmt heuer durch die Heizölbesteuerung 400 Millionen Euro ein. Mit diesem Betrag könnte man bei einer Förderung von 1.000 Euro pro Anlage innnerhalb weniger Jahre alle Altanlagen erneuern. Die Ölheizungsbranche kann sich vorstellen, diesen Förderungsbetrag zu verdoppeln.”
Das wären für jeden, der von Öl auf Öl umsteigt, 2.000 Euro Subvention. Diesbezügliche Gespräche auf politischer Ebene seien im Laufen, so Reichert. Beißt man sich bei der öffentlichen Hand die Zähne aus, kann sich die Ölbranche auch ein Förderpaket im Alleingang vorstellen. Die Zeit drängt, denn seit 1. Juli kostet ein Liter Heizöl mit hohem Schwefelgehalt um 3,6 Cent mehr. Das ergibt bei 1.000 Liter noch einmal 36 Euro. Der Grund ist eine Erhöhung der Mineralölsteuer.
Egal, welcher Heizungstyp, prinzipiell gilt: Ordentliche Wärmedämmung ist der erste Schritt zur Heizkostensenkung.

