05. September 2010

FREIZEIT

Alte Riesenbibel


Die Riesenbibel von St. Florian, um 1150 im Augustiner-Chorherrenstift entstanden, zählt mit ihren 66 x 48 cm zu den größten in Österreich erhaltenen Handschriften. Sie folgt einem im Rahmen der Gregorianischen Reform in Italien entwickelten neuen Buchtyp, der die Stellung der Bibel als Buch der Bücher u. a. bereits äußerlich durch das imposante Format zum Ausdruck bringen wollte. Bestimmendes Element sind große, manchmal die gesamte Buchseite einnehmende und damit über einen halben Meter hohe farbenfrohe Deckfarbeninitialen: Das Beispiel oben zeigt Josua in Begleitung von vier Israeliten vor dem Jordan, wo Gott ihn aus einer Wolke heraus zum Überqueren des Flusses auffordert. Die Riesenbibel wurde zunächst jahrhundertelang im Stift St. Florian verwendet. Spätestens im 15. Jahrhundert kamen viele Blätter abhanden, von denen einige wenige in anderen österreichischen Sammlungen nachgewiesen werden.