08. Februar 2012

SPORT

Christian Stangls Gewalttour in den Anden

Vier Sechstausender an einem Tag - neuer Rekord im Bergsport!

„Seien wir realistisch, fordern wir das Unmögliche,” ist das Lebensmotto des Ausnahme-Bergsteigers Christian Stangl aus Admont. Tatsächlich hat der 41-jährige Skyrunner wieder einmal Unmögliches geleistet: Er lief in den Anden an einem Tag auf vier Sechstausender.


Die Anden sind so etwas wie die Hausberge Christian Stangls. „Es sind wunderschöne einsame Gipfel,” schwärmt der Obersteirer (Bild). Seit 1990 stand der Speed-Bergsteiger auf 51 Gipfeln über 6.000 m in den Anden. Stangl: „Das ist genau die Hälfte von den insgesamt 102 Sechstausendern von Ecuador bis Südchile.”

Der Admonter klettert aber nicht im herkömmlichen Stil auf die Berge, sondern bezwingt sie mit einem Affenzahn. Er läuft sie regelrecht hoch. So bestieg er auch den Mount Everest, wie berichtet, in einer Tagestour.

Seine jüngste Gewaltleistung startete er um 2 Uhr früh im 4.700 m hohen Basislager des 6.330 m hohen Parinacota in Bolivien. Dreieinhalb Stunden später stand er auf dessen Gipfel. Nach dem Abstieg gings auf den 6.240 m hohen Pomerape. Keine Zeit zum Verschnaufen. Über den Südgrat geht’s zurück ins Basislager und dann mit dem Jeep zum 50 Kilometer entfernten Acotango (6.040 m). Noch vor Sonnenuntergang steht Stangl auf dessen Gipfel.

Der Extremsportler hat jedoch noch nicht genug von der dünnen Luft. Er steigt schnell ab und bezwingt im Schein des Vollmondes auch noch den Guallatiri (6.052 m). Kurz nach Mitternacht kommt der Steirer wieder zu seiner Crew ins Basislager.

Insgesamt benötigte Christian Stangl 20 Stunden und 43 Minuten, um den vier Sechstausendern aufs Dach zu steigen. Dabei legte er bei 40 Grad Temperaturunterschied (-20 bis +20 Grad) 55 Kilometer und 9.200 Höhenmeter zurück.