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Eröffnungsfest am 8. Juni. Alle sind herzlich eingeladen!
Grünburg kann aufatmen: Umfahrungstunnel ist fertig

Am 14. Mai 2005 nahm Straßenbaureferent Franz Hiesl den Tunnelanschlag in Grünburg vor.
Jahrzehntelang zwängte sich der Straßenverkehr im Steyrtal durch das Nadelöhr Grünburg. Die enge, verwinkelte Ortsdurchfahrt ärgerte die Autofahrer, und die Verkehrslawine stellte eine enorme Belastung für die Anrainer dar. Damit ist jetzt Schluss: Der 1.165 m lange Umfahrungstunnel ist fertig.
„Die Umfahrung vonGrünburg war die schwierigste Tunnelbaustelle in Oberösterreich,” ist auch LH-Stellvertreter Franz Hiesl als Straßenbaureferent erleichtert. Das Flyschgestein (Mergel- und Tonschiefer mit Sandsteineinlagerungen), wegen seiner labilen Struktur auch Fließstein genannt, stellte den Bautrupp vor außergewöhnliche Aufgaben. Projektleiter Ing. Peter Pichler: „In Österreich gab es bisher kaum Erfahrungen mit Tunnelbauten im Flysch.”
Wegen der schwierigen Geologie betrug der durchschnittliche Vortrieb in Grünburg nur drei Meter pro Tag, während man beispielsweise beim Umfahrungstunnel Traunkirchen 15 Meter schaffte. „Teilweise konnten wir in 24 Stunden nur 80 Zentimeter abschlagen, weil außergewöhnliche Sicherungsarbeiten notwendig waren,” erklärt Peter Pichler.
Die schwierigen Bauarbeiten schlagen sich auch in Zahlen nieder:
- 91.000 m3 Flysch-Gestein wurden ausgebrochen.
- Zur Sicherung des Ausbruchs wurden 40.000 m3 Spritzbeton (im mit 2.119 m fast doppelt so langen Traunkirchner Tunnel waren es 4.000 m3), 8.600 Anker verschiedener Länge, 270 t Baustahl und 21.400 m Stahlgitterbögen verwendet.
- Die Gesamtkosten belaufen sich auf 51,6 Millionen Euro (Tunnel Traunkirchen 60 Mio Euro).
Der Grünburger Tunnel, der zu 70 % durch Waldneukirchner Gemeindegebiet führt, wurde mit modernster elektromaschineller Sicherheitstechnik ausgestattet. Unter anderem gibt es eine permanente Videoüberwachung und zwei große Fluchtschächte (16 m und 18 m hoch) mit jeweils einem Betriebsgebäude.
Die Umfahrung bringt für die Bewohner Grünburgs die lang ersehnte Erleichterung. LH-Stv. Franz Hiesl: „Durch den Tunnel werden 75 % des bisherigen Grünburger Durchzugsverkehrs rollen.” Im Jahresdurchschnitt werden 2010 täglich 6.500 Fahrzeuge (darunter 16 % LKW) Grünburg passieren, drei Viertel davon „schluckt” der Tunnel. Bürgermeister Gerald Augustin: „Für Grünburg ist die Umfahrung mehr als ein Jahrhundertereignis.”
Der Grünburger Tunnel ist der Schlüssel zu einem weiteren bedarfsgerechten Ausbau der Steyrtal-Bundesstraße (B 140). „Sie wird keinesfalls zur Transitstrecke ausgebaut, aber es wird punktuelle Verbesserungen geben, damit sie zu einer leistungsfähigen, sicheren Verkehrsverbindung wird,” verspricht Franz Hiesl.
Für 8. Juni, 10 Uhr, laden LH Dr. Josef Pühringer und LH-Stellvertreter Franz Hiesl alle Interessierten herzlich zum Tunneleröffnungsfest nach Grünburg ein.

