07. Februar 2012

SPORT

47jähriger Trauner besitzt die größte private Sammlung von Fußbällen

Der Herr der Bälle


So bunt wohnen nur wenige: Drei Wohnräume hat Manfred Siebenbrunner mit den fein säuberlich gelagerten Fußbällen „tapeziert”.

Manfred Siebenbrunner aus Traun ist Fußball-Fan im wahrsten Sinn des Wortes. Wenn der 47-jährige Junggeselle den Fernsehapparat einschaltet, um ein Fußballspiel zu sehen, gilt sein erster Blick dem Ball. „Wenn das einer ist, den ich nicht kenne, bin ich ganz aus dem Häuschen,” lacht der langjährige Hobbykicker der ASKÖ Oedt-Traun und jetzige Hilfsschiedsrichter. „Dann setze ich mich an den Computer und forsche im Internet so lange nach, bis ich das entsprechende Ball-Modell und eine Bezugsquelle dafür finde.”

Manchmal dauert die Suche Stunden. Doch Manfred Siebenbrunner wird fast immer fündig. Mittlerweile besitzt er 320 (!) verschiedene Fußbälle aus der ganzen Welt. Es ist wohl die tollste private Sammlung dieser Art europa-, wenn nicht weltweit.

Siebenbrunner nennt alle WM-Bälle seit 1958 mit Ausnahme der England-WM 1966 und alle Champions League-Finalbälle seit Gründung dieses Bewerbs im Jahr 2001 sein Eigen, er hat den Ball, mit dem das Eröffnungsspiel der Allianz-Arena in München bestritten wurde, die Wuchtel, die bei der kürzlichen 0:4-Niederlage des FC Bayern in St. Petersburg im Spiel war, Matchbälle von Werder Bremen, AS Roma, Lazio Rom…

Einige Bälle aus der Siebenbrunner-Sammlung waren nie offiziell im Handel, doch der rührige Autoersatzteileverkäufer hat sie aufgetrieben. „Da muss man eben Beziehungen haben,” erzählt er verschmitzt. Die hat er sich rund um den Erdball aufgebaut. Die meisten Bälle kauft oder ersteigert er über Ebay, den Rest erwirbt er ganz normal im Sportartikelhandel. Im Schnitt kosten die Objekte seiner Begierde zwischen 70 und 150 Euro. „Meine absolute Schmerzgrenze liegt bei 400 Euro.”

Insgesamt hat Siebenbrunner schon mehr als 15.000 Euro in sein Hobby investiert. Um es sich leisten zu können, arbeitet der sympathische Trauner im Zweitberuf für einen Wachdienst. Begonnen hat seine Leidenschaft vor fünf Jahren. Da kaufte er seine erste „Kugel”, einen Matchball des Ex-Bundesligavereins Pasching.


Um ihren Luftdruck konstant zu halten, pumpt Siebenbrunner die Bälle alle zwei Monate neu auf: „Das mache ich immer samstags und dauert von 7 bis 13 Uhr.” Im Bild zeigt er sechs seiner kostbaren Stücke. Die bunte Kugel in seiner rechten Hand wurde beim heurigen Afrika-Cup gespielt, die links vorne stammt aus der amerikanischen Major Soccer League.