07. Februar 2012

AKTUELLES

In einer Sommerausstellung im Stift St. Florian zeigen 2.000 Ansichtskarten Oberösterreich vor 100 Jahren

Alte Bilder, die uns viel erzählen

Auf alten Bildern die Heimat neu entdecken - diese Möglichkeit bietet ab Mitte Juli eine einzigartige Ausstellung im Stift St. Florian. 2.000 Postkarten der ersten Generation werden zeigen, wie Oberösterreich zwischen 1890 und 1930 ausgesehen hat.

Aus jedem der 18 Bezirke des Landes werden zehn alte Ansichtskarten im Original zu sehen sein, zwei Computerterminals werden aus jedem Bezirk jeweils ungefähr 100 weitere Karten in digitalisierter Form zeigen. „Jeder Besucher wird seine Heimatregion oder gar seinen eigenen Ort in alten Ansichten finden,” erklärt Dr. Gerhart Marckhgott, Direktor des Landesarchives.

Alle Postkarten stammen aus dem Archiv des Stifts St. Florian, wo ein wahrer Bilderschatz schlummert. „Wir haben etwa 30.000 alte Ansichtskarten von Oberösterreich und etwa 130.000 Ansichtskarten aus der ganzen Welt,” weiß Stiftsbibliothekar Dr. Friedrich Buchmayr. „Vater” dieser Kostbarkeit ist der Florianer Augustiner Chorherr Josef Ackerl, der als junger Priester Kooperator in Vöcklabruck war. 1896 hat Ackerl mit dem Sammeln der Postkarten begonnen. Buchmayr: „Er ist dem ersten deutschen Ansichtskarten-Sammelverein beigetreten und hat, von der Florianer Pfarrei ausgehend, schließlich ein weltweites Tauschnetz aufgezogen.”

In den 60-er und 90-er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde die Sammlung geordnet, und sie wird weiter ergänzt. Fritz Buchmayr: „Wir sammeln auch heute noch alte Ansichtskarten, die wir aus Pfarrarchiven oder Verlassenschaften erhalten.”

Die Ausstellung im Sommer wird zwei Monate dauern. Marckhgott: „Länger vertragen die Karten das Licht nicht.”


ANSICHTSKARTEN waren Ende 19.,
Anfang 20. Jahrhundert ein schnelles und
informatives Medium. „Fotos von aktuellen Ereignissen
wurden gleich auf Postkarten gedruckt und verschickt,”
erklärt der Florianer Stiftsbibliothekar Dr. Fritz Buchmayr.
Eines dieser aufsehenerregenden Ereignisse
fand am 31. Oktober 1909 in Linz statt.
Die „Estaric 1”, das erste lenkbare Luftschiff
des Grazer Konstrukteurs Franz Renner,
hob in Linz ab.


Die Postkarte oben zeigt
das fliegende Ungetüm
kurz vor dem Start und in der Luft.
Auf der nebenstehenden Karte sieht
man den dramatischen Landeanflug
mit den wagemutigen zwei „Flugkapitänen”
Anatoli und Alexander Renner.


Diese Postkarte
dokumentiert
ein Hochwasser,
das Steyr im
September 1899
überflutete.


Diese Karte trägt
einen Poststempel
von 1898.
Damals sagten
sich in Leonding-
Kürnberg noch
Fuchs und Henn’
gute Nacht.